Transparenzkampagne Landtagswahl 2021

Für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern in der (Landes-)Politik

Geht es um die Vertretung von Frauen in der Politik, zählt der baden-württembergische Landtag zu den Schlusslichtern unter den deutschen Länderparlamenten. Auf eine weibliche Abgeordnete kamen im Stuttgarter Parlament bislang mindestens drei männliche Kollegen. In Baden-Württemberg sind Frauen also weit von einer gleichberechtigten politischen Repräsentanz entfernt.

  • Wird sich das nach den Landtagswahlen am 14. März 2021 ändern?
  • Wie viele Kandidatinnen schicken die Parteien ins Rennen um ein Landtagsmandat?
  • Und ist in allen Wahlkreisen eine Wahl zwischen Kandidatinnen und Kandidaten möglich?

Kandidatinnen in den Wahlkreisen zur Landtagswahl 2021

Die interaktive Karte zeigt nur Kandidatinnen, die in den jeweiligen Wahlkreisen aufgestellt wurden. Wir haben hier die nominierten Kandidatinnen derjenigen Parteien zusammengestellt, die bei aktuellen Umfragen zur Landtagswahl mindestens drei Prozent erreichen und damit eine konkrete Chance haben, in den nächsten Landtag einzuziehen. Im Moment sind dies: Bündnis 90/Die Grünen, CDU, AfD, SPD, FDP und DIE LINKE. In den Wahlkreisen ohne Symbol wurde von diesen sechs Parteien keine Frau aufgestellt.
Eine Aufstellung aller nominierter Kandidatinnen und Kandidaten finden Sie auf unserem Portal unter www.landtagswahl-bw.de/kandidaten-der-parteien.

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Transparenzkampagne „Mehr Frauen ins Landesparlament“

Eine Kampagne des Landesfrauenrats und der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg

Die Transparenzkampagne „Mehr Frauen ins Landesparlament“ des Landesfrauenrats und der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg beleuchtet die Nominierungspraxis der aussichtsreichen Parteien bei der Landtagswahl 2021. Eine Karte der Wahlkreise im Land zeigt, wie viele Kandidatinnen und Kandidaten in den einzelnen Wahlkreisen antreten.

Karte der Transparenzkampagne

Kandidatinnen und Kandidaten in den Wahlkreisen

Download der Karte (PDF, 1,3 MB, Quelle: Landesfrauenrat Baden-Württemberg)

Download der Liste der Kandidierenden 2021(PDF, 132 kb, Quelle: Landesfrauenrat Baden-Württemberg)

Webseite „Transparenzkampagne"des Landesfrauenrats Baden-Württemberg

Legende zur Wahlkreiskarte

In den einzelnen Wahlkreisen sind die Kandidaten der sechs aussichtsreichen Parteien einheitlich grau eingefärbt, Kandidatinnen werden entsprechend ihrer Parteizugehörigkeit farbig präsentiert (schwarz: CDU, grün: Bündnis 90/Die Grünen, rot: SPD, gelb: FDP, dunkelrot: DIE LINKE, blau: AfD).

Auf einen Blick wird erkennbar, welche Wahlkreise bei den Kandidierenden „bunt“ aufgestellt sind und in welchen Wahlkreisen eine Wahl zwischen Kandidaten und Kandidatinnen – oder auch zwischen mehreren Kandidatinnen verschiedener Parteien – möglich ist.

Sichtbar wird zudem, in welchen Wahlkreisen die Wählerinnen und Wähler bei der Wahl am 14. März 2021 keine Möglichkeit haben, eine Frau in den Landtag zu wählen.

Ein Blick auf die Wahlkreiskarte der Transparenzkampagne ergibt ein klares Bild:
Anteil der Erstkandidatinnen bei der Landtagswahl am 14. März 2021 bei den sechs aussichtsreichsten Parteien

ParteiZahl der KandidatinnenFrauenanteil (in Prozent)
Bündnis 90/Die Grünen32 von 70 Nominierten45,7
SPD25 von 70 Nominierten38,7
DIE LINKE22 von 70 Nominierten32,8
CDU22 von 70 Nominierten31,4
FDP15 von 70 Nominierten21,4
AfD4 von 70 Nominierten 5,7

Männliche Kandidaten sind bei der Landtagswahl 2021 bei weitem in der Mehrheit. Bei den Grünen stellen sie gut die Hälfte, bei den weiteren aussichtsreichen Parteien gut zwei Drittel bis über 90 Prozent der Kandidierenden. In acht der 70 Wahlkreise schickt keine dieser Parteien auch nur eine Frau ins Rennen um die Landtagsmandate.

Ein Ergebnis steht damit schon vor den Wahlen fest:
Angesichts der geringen Anzahl nominierter Kandidatinnen ist eine gleichberechtigte Repräsentanz von Frauen im Landesparlament kaum möglich. Der baden-württembergische Landtag wird auch in der neuen Wahlperiode eine deutliche Männerdominanz aufweisen.

Ein höherer Anteil von Parlamentarierinnen dürfte nur mit einer Reform des Landtagswahlrechts zu erreichen sein. Der Landesfrauenrat Baden-Württemberg fordert dies bereits seit mehreren Jahrzehnten.

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