Abgeordnete des Landtags

in Baden-Württemberg

In einer Gesellschaft, in der mehr als elf Millionen Menschen zusammenleben, müssen Lösungen für die verschiedensten Fragen und Probleme gefunden werden. Dass alle Bürgerinnen und Bürger das Für und Wider miteinander diskutieren, ist nur schwer vorstellbar. So ist die Idee der Repräsentation, also der Vertretung, entstanden. vereinfacht diesen Prozess.

Die Bevölkerung bestimmt über Wahlen eine kleinere Anzahl von Abgeordneten (= Repräsentanten). Diese sollen im Landtag die Meinungen der Bevölkerung vertreten und zum Ausdruck bringen. So steht es auch in der Landesverfassung: „Der Landtag ist die gewählte Vertretung des Volkes“ (Art. 27, 1).

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Einfach erklärt: Abgeordnete

Die Abgeordneten sind Vertreter und Vertreterinnen des ganzen Volkes.

Sie sind bei ihren Entscheidungen „nicht an Aufträge und Weisungen gebunden und nur ihrem Gewissen unterworfen“ (Landesverfassung, Artikel 27).

Die Abgeordneten sind die Ansprechpartner für die Bürger und Bürgerinnen in den Wahlkreisen. Dort haben sie auch Wahlkreisbüros mit Sprechzeiten.

Die Tätigkeit eines/einer Abgeordneten ist eine berufliche Tätigkeit mit hoher Arbeitsbelastung.

Abgeordnete dürfen kein weiteres Amt, zum Beispiel Bürgermeister oder Landrat, ausüben.

Die Bezahlung eines Abgeordneten nennt man Diät. Derzeit sind das 9.648 Euro im Monat (Stand Juli 2026). Davon wird noch die Einkommenssteuer abgezogen.

Abgeordnete bekommen zusätzlich noch eine monatliche Pauschale (aktuell: 2.804 Euro). Davon können sie zum Beispiel ihr Wahlkreisbüro bezahlen.

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Wie wird man Abgeordnete bzw. Abgeordneter?

In den allermeisten Fällen sind Abgeordnete Mitglieder in einer Partei. Die Parteien entscheiden, wen sie als Kandidatinnen und Kandidaten zur Wahl aufstellen. Dabei achten sie zum Beispiel auf berufliche Erfahrung oder gesellschaftliches Engagement der Bewerberinnen und Bewerber. Wichtig ist auch, welche Positionen die Person in Fragen vertritt, die für die Partei wichtig sind. 

Für die Kandidatinnen und Kandidaten gibt es zwei mögliche Wege ins Parlament

Über den Wahlkreis: Wer in einem Wahlkreis die meisten Stimmen erhält, zieht in den Landtag ein. 

Über die Landesliste: Die Parteien legen vor der Wahl eine Liste mit Namen fest. Diese Reihenfolge bestimmt, wer in den Landtag einzieht – für den Fall dass der Partei mehr Landtagssitze zustehen als sie Wahlkreise gewonnen hat.

Wer nicht in einer Partei ist, kann sich auch als Einzelkandidat:in zur Wahl stellen. Bei der Landtagswahl 2026 haben dies fünf Personen in Baden-Württemberg versucht. Alle Infos zum Wahlrecht bei der Landtagswahl finden Sie auf unserem Landtagswahl-Portal.

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Wer sind die Abgeordneten des 18. Landtags?

Dem 2026 gewählten 18. Landtag von Baden-Württemberg gehören 157 Abgeordnete an. 

Bei der Wahl am 8. März 2026 erreichten Bündnis 90/Die Grünen und die CDU jeweils 56 Mandate, die AfD 35 und die SPD 10. Mehr Infos zu den Wahlergebnissen.

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Diese Abgeordneten sind im Landtag

Für Abgeordnete gibt es zwei Wege in den Landtag: Über den Wahlkreis oder über die Landesliste.

Per Direktmandat gewählte Abgeordnete

Per Direktmandat gewählte Abgeordnete

Über die Landesliste gewählte Abgeordnete

Die meisten Abgeordneten der Grünen und der AfD sowie sämtliche Abgeordnete der SPD ziehen über die Landesliste ihrer jeweiligen Partei in den 18. Landtag von Baden-Württemberg ein. Für die CDU zieht niemand über die Landesliste in den Landtag. Alle Abgeordnete wurden direkt gewählt.

Über die Grünen-Landesliste gewählte Abgeordnete

Über die Grünen-Landesliste gewählte Abgeordnete

Über die SPD-Landesliste gewählte Abgeordnete

Über die SPD-Landesliste gewählte Abgeordnete

Über die AfD-Landesliste gewählte Abgeordnete

Über die AfD-Landesliste gewählte Abgeordnete

Welcher Wahlkreis entsendet wie viele Abgeordnete?

Jeder Wahlkreis ist mindestens einmal im Landtag vertreten – das hat sich auch durch das neue Wahlrecht nicht geändert. Doch auch die Abgeordneten, die über die Landesliste in den Landtag einziehen, sind in einem Wahlkreis verortet. So kommt es, dass die meisten Wahlkreise mehrfach im Landtag vertreten sind. 

Ein Kuriosum sind dabei die Wahlkreise Baden-Baden (WK 33) und Villingen-Schwenningen (54). In beiden Fällen entsendet die AfD jeweils zwei Abgeordnete. Der Grund: Alle vier ziehen über die AfD-Landesliste ein, die Listen werden unabhängig von den Wahlkreisen aufgestellt. So ist in Baden-Baden sowohl der Direktkandidat Kurt Hermann (Listenplatz 33) im Landtag wie auch sein Ersatzkandidat Joachim Kuhs (Listenplatz 13). In Villingen-Schwenningen ist die selbe Situation aufgetreten mit Wahlkreisbewerber Martin Rothweiler (Listenplatz 2) und seinem Ersatzbewerber Sebastian van Ryt (26). 

Welcher Wahlkreis entsendet wie viele Abgeordnete?

Welcher Wahlkreis entsendet wie viele Abgeordnete?

Wie alt sind die Landtagsabgeordneten in Baden-Württemberg?

Wie viele Frauen und Männer sitzen im Parlament?

Unter den insgesamt 157 Abgeordneten des 18. Landtags sind 53 Frauen, das sind 33,8 Prozent (17. Wahlperiode 29,2 Prozent). Das sind zwar so viele Frauen wie noch nie, gerade im Vergleich zur Situation vor dreißig Jahren – da waren im Landtag nur zwei Frauen vertreten. Dennoch stagnierte bzw. sank der Frauenanteil in den vergangenen Jahren. im vergangenen Jahrzehnt stagnierte beziehungsweise sank der Anteil an Frauen.

Bei der Zusammensetzung der einzelnen Fraktionen fällt auf: Die Grünen und die SPD haben mit jeweils 50 Prozent den höchsten Frauenanteil. In der AfD-Fraktion sind nur 11,4 Prozent der Abgeordneten weiblich, die CDU-Fraktion liegt bei 28,6 Prozent. 

Mehrere Dinge sind beim Blick auf den Frauenanteil im Landtag bemerkenswert: So lautete ein Argument für die Wahlrechtsreform, dass dadurch unterrepräsentierte Gruppen leichter in den Landtag einziehen könnten. Zu diesen Gruppen zählten beispielsweise Frauen. 

Tatsächlich ist der paritätische Frauenanteil in der SPD-Fraktion eine Folge davon, dass die Partei ihre Landesliste abwechselnd mit Männern und Frauen besetzt hatte. 

Die Abgeordneten der AfD-Fraktion dagegen ziehen ebenfalls fast ausschließlich über die Landesliste ins Parlament ein. Allerdings waren unter den insgesamt 60 Personen auf der AfD-Landesliste nur sieben Frauen. Die Partei lehnt Quotierungen nach Geschlecht auf sämtlichen Ebenen des politischen Betriebs ab.

Die CDU dagegen hatte auf ihrer Landesliste sogar mehr Frauen (40) als Männer (35) nominiert. Allerdings ziehen sämtliche CDU-Abgeordneten per Wahlkreissieg in den Landtag ein. Dadurch greift die Landesliste nicht.

Spannend bei den Grünen wiederum ist, dass die Partei ihre Landesliste zwar auch paritätisch besetzt hatte – allerdings zieht knapp ein Viertel der Grünen-Abgeordneten über den Wahlkreis in den Landtag ein, und davon wiederum hauptsächlich Frauen. Dennoch ist das Geschlechterverhältnis in der Fraktion ausgeglichen. 

Vergleicht man alle Bundesländer, liegt Baden-Württemberg beim Frauenanteil im Landtag im Mittelfeld. Derzeit liegt er bei 33,8 Prozent. Schlusslicht ist Bayern mit 24,6 Prozent, den ersten Platz belegt Hamburg mit 48,8 Prozent (Quelle: LpB-Dossier „Frauen in den Länderparlamenten“).

Bei der Suche nach einer Erklärung für den eher niedrigen Frauenanteil in Baden-Württemberg lohnt ein Blick auf die Thesen, mit denen die Unterrepräsentanz von Frauen in politischen Gremien begründet wird. Mehrere Erklärungsversuche machen die Frauen für ihre mangelnde Repräsentanz verantwortlich.

  • Die Sozialisationsthese besagt, dass Frauen aufgrund einer traditionellen Rollenzuweisung ein geringeres Interesse an Politik hätten.
  • Die Abkömmlichkeitsthese stellt in den Raum, dass Frauen aufgrund der ihnen zugemuteten Doppelbelastung keine Zeit für politische Ämter hätten.
  • Und die Sozialstrukturthese argumentiert, dass Frauen seltener als Männer in beruflichen oder ehrenamtlichen Leitungsfunktionen zu finden seien, welche die Wahlchancen erhöhten.

All diese Thesen gehen also davon aus, dass nicht genügend qualifizierte Frauen zur Verfügung stünden und der Kandidatinnenpool zu klein sei. Überzeugend ist das nicht: Wieso schaffen es Parteien wie Bündnis 90/Die Grünen mit einer sehr viel kleineren Mitgliederzahl als die sogenannten Volksparteien, selbst auf kommunaler Ebene genügend kompetente Kandidatinnen aufzustellen?

Da bleiben eigentlich nur noch die Parteien, die am Frauenanteil drehen könnten. Eine Schraube wäre die Quote: Die Quotenthese besagt, dass der Anteil von Frauen in Parlamenten vom Anteil derjenigen Parteien abhängt, die verbindliche Quoten eingeführt haben. 

Dossier: Frauen in den Länderparlamenten

Sind Frauen in anderen Parlamenten besser repräsentiert?

Trotz aller Fortschritte sind Frauen in den Länderparlamenten weiterhin unterrepräsentiert. Zu den Schlusslichtern gehört Baden-Württemberg. Unser Dossier mit Hintergrundinformationen. mehr

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Welche Diäten und sonstigen Bezüge erhalten Abgeordnete?

Die Abgeordneten im Landtag von Baden-Württemberg bekommen monatlich 9.648 Euro (Stand: Juli 2026). Die Diäten werden als Grundentschädigung bezeichnet. Die Abgeordneten müssen das Geld versteuern, ein 13. Monatsgehalt gibt es nicht. 

Außerdem erhalten die Abgeordneten Aufwandsentschädigungen, die Geld- und Sachleistungen umfassen.

Für allgemeine Kosten wie Wahlkreisbüro, Porto, Mehraufwendungen am Sitz des Landtags und parlamentarisch bedingte Reisen erhalten Landtagsabgeordnete eine monatliche Pauschale in Höhe von 2.804 Euro. Reisekosten werden auf Nachweis erstattet. Außerdem erstattet das Land Kosten für Mitarbeitende oder für entsprechende mandatsbedingte Dienstleistungen. Im Übrigen können sie die Deutsche Bahn innerhalb Baden-Württembergs frei nutzen.

Wenn die Abgeordneten aus dem Parlament ausscheiden, steht ihnen ein monatliches Übergangsgeld zu. Wie lange das gezahlt wird hängt davon ab, wie lange die jeweilige Person ihr Mandat innehatte.

Für die Altersvorsorge erhalten die Abgeordneten einen Vorsorgebeitrag in Höhe von monatlich 2.277 Euro. Sie sind Pflichtmitglieder in einem eigenen Versorgungswerk.

Wie wird das Geld für die Abgeordneten berechnet?

Grundlage ist ein sogenanntes Indexierungsverfahren. Das heißt, dass es statistische Werte gibt, an denen sich die Entwicklung der Abgeordnetenbezüge orientiert. Die Entwicklung der Grundentschädigung ist beispielsweise an den Nominallohnindex für Baden-Württemberg gekoppelt (hier auf der Seite des Statistischen Landesamts). Der bildet die allgemeine Einkommensentwicklung in Baden-Württemberg ab. 

Quelle: Landtag BW: Die Abgeordneten-Diäten

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Welche Rechte haben Abgeordnete?

Freies Mandat zur Vertretung des ganzen Volkes

Die Abgeordneten haben ein freies Mandat. Als Vertreter:innen des ganzen Volkes sind sie nicht an Aufträge und Weisungen gebunden und nur ihrem Gewissen unterworfen (Art. 27,3 Landesverfassung).

Mitwirkungsrechte

Mit der Annahme der Wahl erwerben die Abgeordneten Schutz-, Teilnahme- und Mitwirkungsrechte, die alle in der Landesverfassung festgeschrieben sind. So hat zum Beispiel jede und jeder Abgeordnete das Recht, Anfragen an die Landesregierung zu stellen: mündlich in der Fragestunde oder schriftlich als „Kleine Anfrage“. Andere Mitwirkungsrechte kann sie bzw. er nur gemeinsam mit anderen Abgeordneten ausüben.

Die wichtigsten Mitwirkungsrechte sind:

  • Fünf Abgeordnete oder eine Fraktion können einen selbstständigen Antrag (der keinen Gesetzentwurf enthält) in den Landtag einbringen. Die Stellungnahmen der Regierung werden in der Regel in Debatten des Landtags erörtert.
  • Acht Abgeordnete oder eine Fraktion können einen Antrag, der einen  Gesetzentwurf enthält, in den Landtag einbringen.
  • 15 Abgeordnete oder eine Fraktion können „Große Anfragen“ an die Landesregierung richten.
  • Einen Untersuchungsausschuss können zwei Fraktionen oder ein Viertel der Abgeordneten erzwingen.
  • Die Mehrheit der anwesenden Abgeordneten kann Gesetze beschließen.
  • Die Ministerpräsidentin bzw. der Ministerpräsident wird vom Landtag mit der Mehrheit seiner Mitglieder gewählt.
  • Zwei Drittel der Abgeordneten können die Verfassung ändern.
  • Ein Viertel der Mitglieder des Landtags oder zwei Fraktionen können den Antrag stellen, dem Ministerpräsidenten das Vertrauen zu entziehen, allerdings nur, wenn dem Landtag ein namentlich benannter Kandidat als Nachfolger zur Wahl vorgeschlagen wird.
  • Ein Viertel der Abgeordneten oder zwei Fraktionen können den Antrag auf Entlassung eines Ministers stellen.

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Welche Pflichten haben Abgeordnete?

Den umfassenden Rechten stehen natürlich auch Pflichten gegenüber, wie z. B. die Pflicht, an den Arbeiten des Landtags teilzunehmen, die Ordnung zu wahren, die Verhaltensregeln zu beachten und die beruflichen Verhältnisse offenzulegen. Auch darf ein Abgeordneter seine Stellung nicht in „gewinnsüchtiger Absicht“ missbrauchen. Das könnte sonst zu einer Klage beim Verfassungsgerichtshof führen (Art. 42 LV).

Unvereinbarkeit von Amt und Mandat

Seit 2016 gilt für Landtagsabgeordnete die Unvereinbarkeitsregelung von Amt und Mandat. Die Parlamentsreform war 2008 beschlossen worden. Demnach dürfen unter anderem Beamte des Landes Baden-Württembergs, des Bundes oder eines anderen Bundeslandes sowie ein Richter nicht Mitglied des Landtags sein - solange sie sich nicht beurlauben lassen.

Wenn insbesondere Landräte, Oberbürgermeister und Bürgermeister dem Parlament angehören wollen, dann müssen sie ihr Amt ruhen lassen. Hintergrund der Trennung von Wahlamt und Landtagsmandat ist die Gewaltenteilung in Legislative und Exekutive. Damit soll sichergestellt werden, dass nicht diejenigen, die Gesetze machen, diese auch umsetzen. Sonst wäre ein Landrat an der Gesetzgebung beteiligt, die er selbst umsetzen muss.

Wahlkreisarbeit

Der Blick in den Terminkalender der Parlamentarier:innen zeigt, dass die Arbeit im Landtag und in der Fraktion nur einen Teil der gesamten Abgeordnetenarbeit ausmacht. Mit der Präsenz im Wahlkreis, mit Beratung und Hilfestellung sind die Abgeordneten oftmals zeitlich noch stärker belastet. Sie stehen unter dem Erwartungsdruck der Bevölkerung und der Amtsträger in ihrem Wahlkreis. Die Fülle von Terminen verursacht einen Zeitdruck, der einen normalen Feierabend oder ein normales Wochenende kaum erlaubt. Die Zeit für Familie und Privates wird zum knappen Gut.

 

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Autor: Internetredaktion LpB BW | Letzte Aktualisierung: Juli 2026.

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