Ergebnisse zur Landtagswahl 2026 in Baden-Württemberg

Zahlen. Wahlkreise. Analysen.

Baden-Württemberg hat gewählt. Die Grünen liegen knapp vor der CDU. Die AfD wird drittstärkste Kraft. Die SPD verliert deutlich und liegt nur knapp über der Fünfprozenthürde. FDP und Linke verpassen den Einzug in den Landtag. 

Baden-Württemberg nach der Wahl

Wer hat wie gewählt bei der Landtagswahl?

Wie haben die Menschen in Baden-Württemberg gewählt – nach Alter, Geschlecht und nach Region? Ein Überblick.

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Spannender Wahlabend

Baden-Württemberg hat gewählt. Mehr als 5,4 Millionen Menschen gaben ihre Stimme für die Landtagswahl am 8. März ab, durch das neue Wahlrecht auch erstmals 16- und 17-Jährige. 

Es entwickelte sich ein äußerst spannender Wahlabend: Laut ersten Prognosen lagen die Grünen zum Teil recht deutlich vor der CDU. Im Lauf des Abends wurde dieser Vorsprung jedoch immer kleiner. Auch drei Stunden nach Schließen der Wahllokale war noch unklar, welche Partei am Ende die Wahl 2026 gewinnen und damit mutmaßlich auch den Ministerpräsidenten stellen würde. Der Wahlabend nahm damit eine umgekehrte Dynamik im Vergleich zu den Umfragen vor der Wahl: Hier hatte die CDU lange deutlich vorne gelegen, bevor die Grünen in den Wochen vor der Wahl noch aufholten. Schließlich zeichnete sich ab, dass die Grünen die Wahl knapp gewinnen sollten. Am Ende lag der Vorsprung bei etwas mehr als 27.000 Stimmen.

FDP und Linke verpassten den Sprung in den Landtag. Beide Parteien erzielten weniger als 5 Prozent der Zweitstimmen. Für die FDP war dies das erste Mal in ihrem Stammland Baden-Württemberg, in dem sie stets deutlich stärker abschnitt als im Bund. Die Linke dagegen hatte gehofft, erstmals in das baden-württembergische Parlament einziehen zu können – verpasste diesen Schritt aber ebenfalls. 

Die AfD konnte ihr Ergebnis von der Wahl 2021 fast verdoppeln. Die SPD dagegen halbierte ihr Ergebnis von der Wahl 2021: Sie zog zwar in den Landtag ein, jedoch mit dem niedrigsten Ergebnis ihrer Geschichte.

Ebenfalls bemerkenswert: Da die Sonstigen Parteien zusammen rund 7 Prozent der Stimmen erzielten und der Anteil der ungültigen Zweitstimmen 0,6 Prozent betrug, werden mehr als 16 Prozent der Wählerstimmen in der anstehenden Legislaturperiode gar nicht im Landtag vertreten sein.

Podcast: Wahl-Spezial zur Landtagswahl 2026

Was sagt uns diese Wahl?

In dieser Wahl-Spezial-Folge zur Landtagswahl 2026 in Baden-Württemberg ordnet Prof. Dr. Frank Brettschneider von der Universität Hohenheim die Ergebnisse der Wahl ein. Wir sprechen mit dem Kommunikationswissenschaftler und Wahlexperten unter anderem über das Wahlverhalten der Erstwählenden und darüber, warum jede Stimme zählt.

Hier reinhören – oder überall, wo es Podcasts gibt.

Das Gesamtergebnis der Landtagswahl 2026

Sitzverteilung und Koalitionsoptionen

Der neue 18. Landtag hat nur vier Fraktionen. So wenige waren es zuletzt in der Legislaturperiode von 2011 bis 2016 (damals CDU, Grüne, SPD, FDP).

Was mögliche Koalitionen betrifft, so hätte die bisherige Landesregierung von Grünen und CDU in Zukunft eine sehr stabile Mehrheit im Landtag. Rechnerisch möglich wären auch eine Koalition aus CDU und AfD sowie eine Koalition aus Grünen und AfD, wobei CDU und Grüne eine Zusammenarbeit mit der AfD ablehnen.

Erstmals hatten die Baden-Württemberger:innen zwei Stimmen bei dieser Landtagswahl. Die Befürchtung, der Landtag könnte durch das neue Wahlrecht noch stärker aufblähen, hat sich bei dieser Wahl nicht bestätigt. Mit 157 Abgeordneten wird er um drei Abgeordnete größer sein als in der vorangegangenen Legislaturperiode.

Koalitionsmöglichkeiten

Nachdem sowohl Grüne als auch CDU einer Koalition mit der AfD eine Absage erteilt haben, bleibt derzeit für eine Regierungsoption mit eigener Mehrheit nur die Option eines Bündnisses von Grünen und CDU.

Ergebnisse aus den Wahlkreisen

Erststimmen nach Wahlkreis

Mit der Erststimme werden die Wahlkreiskandidierenden (auch bezeichnet als Direktkandidaten) gewählt. Wer die meisten Stimmen eines Wahlkreises auf sich vereint, zieht als direkt gewählte:r Abgeordnete:r in den Landtag ein. Landesweit hat die CDU mit 34,3 Prozent die meisten Erststimmen erreicht und 56 Wahlkreise gewonnen. Die Grünen folgen mit 25,5 Prozent der Erststimmen und 13 gewonnenen Wahlkreisen deutlich dahinter. 

Während die CDU insbesondere in ländlich geprägten Wahlkreisen punkten kann, holen die Grünen in den urbanen Zentren und Ballungsräumen des Landes ihre stärksten Erststimmenergebnisse. Die AfD holt ihr einziges Direktmandat im Wahlkreis Mannheim I.

Ausschlaggebend für die Zusammensetzung des Landtages ist jedoch das Zweitstimmenergebnis.

Erststimmenergebnisse bei der Landtagswahl 2026 als Tabelle

Erststimmenergebnisse bei der Landtagswahl 2026 als Tabelle

Zweitstimmen nach Wahlkreis

Die Zweitstimmen sind entscheidend für die Frage, ob Parteien im Landtag vertreten sind und wenn ja, in welcher Stärke. Nur wenn eine Partei mehr als 5,0 Prozent der Zweitstimmen holt, zieht sie über die Zweitstimmen in den Landtag ein. 

Der Blick auf die Zweitstimmen-Karte nach der Wahl 2026 kann da etwas irritieren – dafür, dass die Grünen bei der Zahl der Zweitstimmen am Ende knapp vor der CDU landeten, sieht die Karte auf den ersten Blick erstaunlich schwarz aus. Und tatsächlich holte die CDU in 38 Wahlkreisen die meisten Zweitstimmen, die Grünen in 31, die AfD in einem. Weil die Grünen ihre Wahlkreise aber zum Teil sehr viel deutlicher gewonnen haben als die CDU, liegen sie am Ende trotzdem bei der Gesamtabrechnung vorne.

Hinzu kommt: Der Eindruck der Karte kann etwas täuschen. Denn die Grünen haben vor allem in den dicht besiedelten Wahlkreisen rund um die Großstädte Stuttgart, Karlsruhe, Mannheim und Freiburg stark abgeschnitten. Diese Wahlkreise nehmen auf der Karte zwar nicht viel Fläche ein. Allerdings leben dort deutlich mehr Menschen als in den weniger stark bewohnten Gebieten im Schwarzwald, auf der Schwäbischen Alb, in Oberschwaben oder im Hohenlohe-Gebiet, wo die CDU besonders viele Wahlkreise gewonnen hat. 

Zweitstimmenergebnisse bei der Landtagswahl 2026 als Tabelle

Zweitstimmenergebnisse bei der Landtagswahl 2026 als Tabelle

Diese Abgeordneten sind im Landtag

Für Abgeordnete gibt es zwei Wege in den Landtag: Über den Wahlkreis oder über die Landesliste.

  • Wahlkreis: Wer die meisten Stimmen im Wahlkreis erhält, zieht über ein sogenanntes Direktmandat in den Landtag ein.
  • Landesliste: Die Zahl der Abgeordneten, die per Landesliste in den Landtag kommen, hängt in erster Linie vom Zweitstimmenergebnis der Partei ab. Eine weitere Rolle spielt, wie viele Wahlkreise die jeweilige Partei gewinnen konnte. Einzelheiten finden Sie in unserem Text über das neue Wahlrecht in Baden-Württemberg

Per Direktmandat gewählte Abgeordnete

Per Direktmandat gewählte Abgeordnete

Über die Landesliste gewählte Abgeordnete

Die meisten Abgeordneten der Grünen und der AfD sowie sämtliche Abgeordnete der SPD ziehen über die Landesliste ihrer jeweiligen Partei in den 18. Landtag von Baden-Württemberg ein. Für die CDU zieht niemand über die Landesliste in den Landtag. Alle Abgeordnete wurden direkt gewählt.

Über die Grünen-Landesliste gewählte Abgeordnete

Über die Grünen-Landesliste gewählte Abgeordnete

Über die SPD-Landesliste gewählte Abgeordnete

Über die SPD-Landesliste gewählte Abgeordnete

Über die AfD-Landesliste gewählte Abgeordnete

Über die AfD-Landesliste gewählte Abgeordnete

Welcher Wahlkreis entsendet wie viele Abgeordnete?

Jeder Wahlkreis ist mindestens einmal im Landtag vertreten – das hat sich auch durch das neue Wahlrecht nicht geändert. Doch auch die Abgeordneten, die über die Landesliste in den Landtag einziehen, sind in einem Wahlkreis verortet. So kommt es, dass die meisten Wahlkreise mehrfach im Landtag vertreten sind. 

Ein Kuriosum sind dabei die Wahlkreise Baden-Baden (WK 33) und Villingen-Schwenningen (54). In beiden Fällen entsendet die AfD jeweils zwei Abgeordnete. Der Grund: Alle vier ziehen über die AfD-Landesliste ein, die Listen werden unabhängig von den Wahlkreisen aufgestellt. So ist in Baden-Baden sowohl der Direktkandidat Kurt Hermann (Listenplatz 33) im Landtag wie auch sein Ersatzkandidat Joachim Kuhs (Listenplatz 13). In Villingen-Schwenningen ist die selbe Situation aufgetreten mit Wahlkreisbewerber Martin Rothweiler (Listenplatz 2) und seinem Ersatzbewerber Sebastian van Ryt (26). 

Welcher Wahlkreis entsendet wie viele Abgeordnete?

Welcher Wahlkreis entsendet wie viele Abgeordnete?

Wahlbeteiligung legt deutlich zu

Rund 69,6 Prozent der Wahlberechtigten nahmen an der Landtagswahl 2026 teil. Die Wahlbeteiligung erholte sich damit von der Delle im Corona-Jahr 2021. Damals lag sie nur bei 63,8 Prozent. Mit Blick auf alle Landtagswahlen in Baden-Württemberg ist der Wert aus dem Jahr 2026 etwa im Mittelfeld. 

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