Freie Demokratische Partei/Demokratische Volkspartei (FDP/DVP)

in Baden-Württemberg

Liberale Traditionen prägten die Geschichte Badens und Württembergs seit dem 19. Jahrhundert. Der Beitrag zur Ausbildung der liberalen und demokratischen Konzepte in Deutschland war beträchtlich. Das Wort vom "liberalen Südwesten" findet hier seinen Ursprung. Nach 1945 konnte sich der Liberalismus im Südwesten neu formieren und an die große Tradition des Liberalismus und der Demokratie im Südwesten anknüpfen.

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Landtagswahl 2021

  • Wahlprogramm
  • Spitzenkandidat: Dr. Hans-Ulrich Rülke

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Was kennzeichnet die Partei und wie ist sie organisiert?

Mitgliederzahlen

Ende 2018 waren rund 7.500 Mitglieder in der Partei organisiert. Der Frauenanteil lag bei knapp über 23 Prozent. Das Durchschnittsalter der Parteimitglieder betrug 51,2 Jahre. Knapp vierzig Prozent der Mitglieder waren jünger als 45 Jahre alt.

 

Organisationsstruktur

Der Landesverband der FDP/DVP gliedert sich in neun Bezirke, 42 Kreisverbände und 252 Ortsverbände. Weitere Organe des Landesverbands sind die Landesvertreterversammlung, der Landeshauptausschuss und der Landesvorstand.

Es gibt folgende 14 Landesfachausschüsse (LFA) der FDP/ DVP in Baden-Württemberg:

  • LFA internationale Politik
  • LFA Wirtschaft
  • LFA Internet und Neue Medien
  • LFA Sport
  • LFA Forschung und Technologie
  • LFA Bildung und Wissenschaft
  • LFA Agrarpolitik, ländliche Räume und Verbraucherpolitik
  • LFA Liberale und Kirchen
  • LFA Gesundheit und Soziales
  • LFA Frauen
  • LFA Kulturen, Ehrenamt und Medien
  • LFA Umwelt
  • LFA Innen und Recht
  • LFA Verkehr und Infrastruktur

Von der Partei rechtlich unabhängige Vereinigungen sind: 

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Der politische Liberalismus wird aktiv

Der politische Liberalismus wurde nach Kriegsende im Vergleich zu den anderen Parteien erst relativ spät aktiv. Die politische und verwaltungsrechtliche Trennung der alten Länder und die Lizenzierungspolitik der Besatzungsmächte hemmten die Wiederbegründung einer liberalen Partei, die zudem auch traditionell ein lockeres Organisationsgefüge hatte.

Am 18. September 1945 wurde im Haus der Stuttgarter Demokratenfamilie Haussmann die "Demokratische Volkspartei" Stuttgart gegründet. Mit dem Parteinamen knüpften die Gründer an die Tradition der "Demokratischen Volkspartei" in Württemberg an, die 1864 von Julius Haußmann, Carl Mayer und Ludwig Pfau gegründet worden war. Damit war die Traditionslinie zur liberalen Bewegung der Revolution von 1848/49 hergestellt. Erst am 14. Dezember 1945 genehmigte die Besatzungsmacht die Gründung des  Landesverbands Württemberg-Baden der DVP (Deutsche Volkspartei).

In der französischen Besatzungszone stieß die Gründung einer liberalen Partei auf den offenen Widerstand des Militärgouverneurs, der ein Dreiparteiensystem favorisierte, in dem er für die Liberalen keinen Platz sah. In (Süd-)Baden waren die treibenden Kräfte Wilhelm Stahl und Paul Waeldin. Sie reichten am 20. Januar 1946 das Gesuch auf Zulassung einer "Demokratischen Partei" ein, das von den Franzosen aber erst Ende Mai 1946 genehmigt wurde. Noch hinhaltender operierten die Franzosen in Württemberg-Hohenzollern. Die DVP konstituierte sich hier erst am 17. August 1946.

Die Partei sprach drei unterschiedliche, sozial aber eng verbundene Schichten an: Sie war fast ausschließlich in den evangelischen Landesteilen vertreten; sie hatte weiterhin Erfolge in den industriell entwickelten Regionen, und sie war dort am erfolgreichsten, wo der Anteil an Selbstständigen, mittleren Gewerbetreibenden und Beschäftigten des öffentlichen Dienstes hoch war.

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Für den Südweststaat

Durch die Politik von Reinhold Maier war die Partei von Anfang an auf die Vereinigung der drei Länder zum Südweststaat festgelegt worden. Die FDP/DVP stellte dann auch 1952 mit Reinhold Maier den ersten Ministerpräsidenten des neuen Landes Baden-Württemberg. Im Dezember 1948 wurde in Heppenheim die "Freie Demokratische Partei" (FDP) der drei Westzonen und Berlins gegründet. In Württemberg-Baden und dann in Baden-Württemberg führt die Partei seitdem den Doppelnamen FDP/DVP.

Einfluss der FDP/DVP

Bei der ersten Landtagswahl 1952 hatte die FDP/DVP 18 Prozent der Stimmen erhalten und konnte sogar den ersten Ministerpräsidenten des neuen Bundeslandes Baden-Württembergs stellen. An den CDU-geführten Regierungen der Ministerpräsidenten Müller und Kiesinger war sie durchgehend bis 1966 beteiligt.

1972 rutschte sie in Baden-Württemberg erstmals unter die Zehnprozentmarke (8,9 Prozent) und verlor an politischer Bedeutung. 1988 und 1992 schaffte sie mit jeweils 5,9 Prozent der Stimmen immer nur knapp den Sprung ins Parlament.

Erst 1996 wurde sie unter Ministerpräsident Teufel (CDU) wieder Regierungspartei und trug bis 2011 Regierungsverantwortung. 2011 konnte die FDP mit 5,3 Prozent der Stimmen nur knapp die Fünf-Prozent-Hürde überwinden, während sie bei der Landtagswahl 2016 zwar wieder mit 8,3 Prozent Stimmenzugewinne verbuchen konnte, aber dennoch in der Opposition bleiben musste.

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Überblick über die im Landtag vertretenen Parteien

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Letzte Überarbeitung: August 2020, Michael Wehner, LpB BW