Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)

in Baden-Württemberg

Die SPD ist die traditionsreichste Partei in Deutschland. Im Laufe ihrer über 150-jährigen Geschichte hat sie sich von einer klassenbewussten Arbeiterpartei zu einer modernen Volkspartei gewandelt. Zu dieser Entwicklung haben die südwestdeutschen Sozialdemokraten in ganz besonderem Maße beigetragen.

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Was kennzeichnet die Partei und wie ist sie organisiert?

Mitgliederzahlen

Die Partei hat in Baden-Württemberg rund 35.000 Mitglieder (Stand: November 2019). Der Frauenanteil liegt bei etwas über 31 Prozent. Dominierend unter den Mitgliedern der Partei ist mit rund vierzig Prozent die Altersgruppe der über 60-Jährigen; das Durchschnittsalter liegt bei 57 Jahren.


Organisationsstruktur

Der Landesverband der SPD gliedert sich in 43 Kreisverbände, die wiederum in Ortsvereine unterteilt sind. Zum Landesverband der SPD gehören folgende Arbeitsgemeinschaften, Beiräte, Gesprächskreise, Foren und Netzwerke:

Die Historische Kommission der SPD Baden-Württemberg hat seit September 2001 die Aufgabe übernommen, die Geschichte der baden-württembergischen Sozialdemokratie aufzuarbeiten und die Erinnerung an das erfolgreiche Wirken von Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Land wach zu halten.

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Wiederaufbau nach 1945

In Baden und Württemberg hatten sich bereits nach den Revolutionsjahren 1848/49 Bestrebungen zur Organisierung der Arbeiterschaft gezeigt. In einigen Großstädten konnten noch vor dem Erlass der Sozialistengesetze durch Bismarck im Jahr 1878 Sozialdemokraten in die Gemeinderäte einziehen. Später, nach der "Machtübernahme" durch die NSDAP, wurde die Sozialdemokratische Partei Deutschlands offiziell verboten. 

Früher Wiederaufbau

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs begann bereits im Sommer 1945 auf lokaler Ebene der Wiederaufbau der SPD. Im November 1945 wurde in Knittlingen die Gründung des SPD-Landesverbandes Württemberg-Baden beschlossen. 1946 erfolgte – nach schwierigen Auseinandersetzungen mit den französischen Besatzungsbehörden – die Gründung der Landesverbände (Süd-)Baden und Württemberg-Hohenzollern. Am 31. Dezember 1946 zählte die SPD in den drei Ländern zusammen schon wieder über 41.000 Mitglieder – nur etwa zehn Prozent weniger als vor dem Zerfall der Weimarer Republik in Baden und Württemberg zusammen.

Die SPD bildete in allen drei südwestdeutschen Ländern, vor allem aber in Württemberg-Baden, von Beginn an einen nicht zu umgehenden Machtfaktor. Während sie in Württemberg-Baden und Württemberg-Hohenzollern bis 1952 jeweils in Koalitionsregierungen unter Führung der FDP/DVP bzw. der CDU mitarbeitete, schied sie am 4. Februar 1948 aus der badischen Regierung unter Leo Wohleb aus und ging als Befürworterin des Zusammenschlusses der drei Länder in die Opposition.

Gründung des Parteibezirks "Südwest"

Beim Vereinigungsparteitag am 7./8. Juni 1952 in Stuttgart wurde ein einheitlicher Parteibezirk "Südwest" gegründet. Da die Partei in Südbaden und Südwürttemberg-Hohenzollern relativ schwach organisiert war, übernahm die SPD Württemberg-Baden die Führungsrolle. Erwin Schoettle wurde Vorsitzender des neuen Bezirks "Südwest". Zwar führt die Landes-SPD erst seit dem Parteitag 1962 in Mannheim die Bezeichnung "Landesverband", de facto war jedoch der Bezirk "Südwest" der erste Landesverband der Sozialdemokraten in einem Flächenstaat der Bundesrepublik, weil sich die Grenzen der Parteiorganisation mit denen des neuen Landes Baden-Württemberg deckten.

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Einfluss der SPD

Trotz relativ geringer Mitgliederzahlen und Wahlergebnissen unter dem Bundesdurchschnitt war der Einfluss der baden-württembergischen SPD in der Bundespartei und auf deren Politik immer groß. Auffallend ist auch der große Personalaustausch zwischen den beiden Ebenen Land und Bund.

In der ersten vorläufigen Landesregierung (1952 –1953) von Reinhold Maier (FDP/DVP) koalierten die Sozialdemokraten mit der FDP/ DVP und dem GB/BHE (Gesamtdeutscher Block/ Bund der Heimatvertriebenen und Entrechteten). Auch an Regierungen von Gebhard Müller (CDU) und Kurt Georg Kiesinger (CDU) war die SPD beteiligt. Von 1960 bis 1966 war sie in der Opposition.

Von 1966 bis 1972, unter Ministerpräsident Hans Filbinger (CDU), und von 1992 bis 1996 regierte die SPD gemeinsam in einer Großen Koalition mit der CDU (Ministerpräsident Erwin Teufel). Von 1972 bis 1992 und von 1996 bis 2011 konnten die Sozialdemokraten nur als stärkste Oppositionspartei im Land politisch gestalten.

In der für Baden-Württemberg neuartigen grün-roten Koalition regierte die SPD als Juniorpartnerin wieder fünf Jahre lang.

Bei der Landtagswahl von 2016 wurde die SPD erneut in die Opposition verwiesen und erzielte mit nur noch 12,7 Prozent der Stimmen das schlechteste Ergebnis in ihrer baden-württembergischen Geschichte.

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Letzte Überarbeitung: Juli 2020 durch die Internetredaktion der LpB BW.