Christlich-Demokratische Union Deutschlands (CDU)

in Baden-Württemberg

Die Wurzeln christlich-demokratischer Politik im Südwesten reichen weit zurück. Passend zur Geschichte und dezentralen Tradition unseres Bindestrich-Bundeslandes schlossen sich die vier CDU-Landesverbände (Süd- und Nordbaden, Nordwürttemberg und Württemberg-Hohenzollern) erst 1971 zu einem einheitlichen CDU-Landesverband zusammen. Jahrzehntelang dominierte die CDU das baden-württembergische Parteiensystem und die Regierungsbildung. Mit dem Wahlsieg von Grün-Rot bei der „Fukushima-Landtagswahl“ 2011 wurde die CDU – obwohl weiterhin stärkste Partei – nach 58 Jahren wieder auf die Oppositionsbank verwiesen. 2016 wurde die CDU von den Grünen – zum ersten Mal in der Landesgeschichte – als stärkste Partei im Parlament abgelöst, konnte aber als Juniorpartnerin in einer grünschwarzen Koalition wieder mitregieren.

 

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Landtagswahl 2021

  • Wahlprogramm: steht noch nicht fest.
  • Spitzenkandidatin: Susanne Eisenmann

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Was kennzeichnet die Partei und wie ist sie organisiert?

Mitgliederzahlen

Die CDU in Baden-Württemberg hat rund 60.200 Mitglieder (Stand: November 2019). Das Durchschnittsalter der Mitglieder liegt bei rund 55 Jahren; rund vierzig Prozent der Mitglieder sind über sechzig Jahre alt. Der Frauenanteil in der Partei liegt bei knapp über zwanzig Prozent.

Organisationsstruktur

Der CDU-Landesverband gliedert sich in vier Bezirksverbände - Nordbaden, Südbaden, Nordwürttemberg und Württemberg-Hohenzollern (für die Regierungsbezirke Karlsruhe, Freiburg, Stuttgart und Tübingen). Diese umfassen wiederum 41 Kreisverbände und über 800 Stadt-, Gemeinde- und Ortsverbände.

Der Landesparteitag ist das oberste Gremium des CDU-Landesverbandes. Er wählt die Mitglieder des Präsidiums und des Landesvorstandes sowie die Mitglieder des Landesparteigerichts. Der Landesvorstand ist das Führungsgremium der Partei.

Mehrere Fachausschüsse auf Landesebene arbeiten dem Landesverband zu. Sie beschäftigen sich mit den Themen

  • Europa
  • Schule und Bildung
  • Sport und Ehrenamt
  • Ländlicher Raum
  • Medienpolitik
  • Arbeit, Soziales und Gesundheit
  • Energie, Umwelt und Klimaschutz
  • Wirtschaft und Wohnungsbau
  • Finanzen
  • Wissenschaft und Forschung
  • Verkehr und Infrastruktur
  • Äußere Sicherheit und Entwicklung
  • Kunst und Kultur
  • Tourismus
  • Demografie

Außerdem bestehen verschiedene Arbeitskreise, Netzwerke und Kommissionen wie die:

  • Arbeitskreis Große Städte
  • Kommission Digitalisierung
  • Netzwerk Integration
  • Netzwerk Chancen für alle – Menschen mit und ohne Behinderung
  • Netzwerk Heimkehrer und Spätaussiedler

Selbstständige Vereinigungen

Innerhalb der CDU gibt es zehn selbstständige Vereinigungen und Sonderorganisationen, die in enger Bindung zur Partei stehen:

Vereinigungen:

Sonderorganisationen und gleichrangige Arbeitskreise:

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Eine rasche Parteigründung

Im Jahr 2016 feierte die CDU in Baden-Württemberg ihr 70-jähriges Bestehen, auch wenn sie bedingt durch die ehemaligen Besatzungszonen zunächst in den vier eigenständigen Landesverbänden Nordwürttemberg, Südwürttemberg, Nordbaden und Südbaden entstanden war. 

Führungspersonal und Anhängerschaft rekrutierten sich nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs auf katholischer Seite aus der Tradition des Zentrums, auf protestantischer Seite aus den Potenzialen des Christlich-Sozialen Volksdienstes und des Bauernbundes in Württemberg bzw. aus den (national-)liberalen Traditionen der südwestdeutschen Länder.

Im Unterschied zu (Süd-)Baden als Teil der französischen Besatzungszone ließ die liberale Praxis der amerikanischen Besatzungsbehörden in Nordbaden eine schnellere Parteienbildung zu. Bereits am 14. August 1945 wurde in Karlsruhe die "Christlich-demokratische Partei" (CDP) gegründet, am 8. November 1945 die "Christlich-Soziale Union" in Heidelberg. Diese und weitere lokale Initiativen wurden am 9./10. Februar 1946 mit der Gründung des Landesverbandes Nordbaden zur Christlich-Demokratischen Union zusammengeführt.

Am 20. Dezember 1945 wurde in (Süd-)Baden der CDU-Vorläufer "Badische Christlich-Soziale Volkspartei" (BCSV) mit dem späteren Staatspräsidenten Leo Wohleb als Parteivorsitzenden konstituiert. Genehmigt wurde die Partei allerdings erst am 8. Februar 1946. Im Jahr 1947 gab sie sich einen neuen Namen: "CDU Baden". Die Kontroversen um die Gründung des Südweststaats stellte die Partei von 1947 bis Mitte der 50er Jahre vor eine innerparteiliche Zerreißprobe.

In Nordwürttemberg wurde am 25. September 1945 die "Christlich-Soziale Volkspartei" gegründet, eine interkonfessionelle, christlich-sozial orientierte Partei. Die CDU agierte hier in einer schwierigen politischen Landschaft. Die starke Industrialisierung, ein traditionell hoher Stimmenanteil liberaler Parteien und Vorbehalte in der evangelischen Bevölkerung gegen die vielfach als "katholisch" wahrgenommene Partei machten es der Union hier nicht leicht.

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Konfessionelle Prägung

In Südwürttemberg-Hohenzollern wurde im Januar 1946 ein Zulassungsantrag für die "Christlich-Demokratische Union" gestellt. Am 23. März 1946 konnte die erste Landeskonferenz in Sigmaringen stattfinden. Mehr als in anderen Landesteilen waren hier im vorwiegend katholisch geprägten Raum die politischen Diskussionen stets grundsatzorientiert; man kann dies am langen Festhalten an der Konfessionsschule ablesen.

Erst im Januar 1971 schlossen sich die vier bis dahin selbstständigen Landesverbände der CDU zum Landesverband Baden-Württemberg zusammen. Mit dem neuen Verband wurde die Organisationsstruktur der Partei an der Spitze ergänzt. Die vier bisherigen Landesverbände wurden zu Bezirksverbänden, deren Grenzen denen der neu gebildeten Regierungsbezirke Karlsruhe, Freiburg, Stuttgart und Tübingen entsprechen.

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Dominanz der CDU

Die jahrzehntelange Dominanz der CDU ist charakteristisch für das Parteien- und Regierungssystem des Landes. Von 1953 bis 2011 war sie Regierungspartei und stellte durchgängig den Ministerpräsidenten; zunächst in Koalitionskabinetten, bis es ihr 1972 gelang, die absolute Mehrheit zu erlangen.

Nach zwanzig Jahren Alleinherrschaft verlor die CDU im April 1992 die absolute Mehrheit. Zum zweiten Mal in der Geschichte des Landes nach 1966 bis 1972 kam es wieder zu einer Großen Regierungskoalition von CDU und SPD. 1996 bis 2011 regierte die CDU in Baden-Württemberg in einem Regierungsbündnis mit der FDP/DVP.

Mit dem Wahlsieg von Grün-Rot bei der "Fukushima-Landtagswahl" 2011 wurde die CDU – obwohl weiterhin stärkste Partei – nach 58 Jahren wieder auf die Oppositionsbank verwiesen. 2016 wurde die CDU von den Grünen - zum ersten Mal in der Landesgeschichte - als stärkste Partei im Parlament abgelöst, konnte aber als Juniorpartnerin in einer grünschwarzen Koalition wieder mitregieren.

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Überblick über die im Landtag vertretenen Parteien

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Letzte Überarbeitung: August 2020, Michael Wehner, LpB BW.