Wahlprogramm der CDU
zur Landtagswahl 2026 in Baden-Württemberg

„Agenda der Zuversicht. Unser Land in guten Händen“ heißt das Wahlprogramm der CDU für die Landtagswahl 2026. Beschlossen wurde es beim Landesparteitag am 6. Dezember 2025 in Heidelberg und umfasst 112 Seiten.
Die Union nennt ihr Programm „Regierungsprogramm“ und untermauert damit ihren Anspruch, auch künftig der Landesregierung von Baden-Württemberg anzugehören und diese womöglich nach 15 Jahren auch wieder anzuführen. Jeweils zu Beginn eines Kapitels formuliert die Partei darin eine Vision, wie Baden-Württemberg ihrer Vorstellung nach im Jahr 2036 aussehen soll.
Inhaltlich sind die Themen Wirtschaft, Innere Sicherheit und Bildung verhältnismäßig stark vertreten.

Landtags-Wahlprogramm „Agenda der Zuversicht. Unser Land in guten Händen“
zum Wahlprogramm auf der Webseite der CDU
Kampagnenseite gut-fuers-land.de
Im Folgenden stellen wir die Aussagen des Programms nach Themen gegliedert vor.
Wirtschaft
Wirtschaft

Bürokratieabbau, Digitalisierung und finanzielle Unterstützung für Start-ups
Die CDU fordert Vorfahrt für Wirtschaft, Wachstum und Arbeit und hat sich den Bürokratieabbau sowie eine Senkung der Abgabenlast auf die Fahnen geschrieben, um investitionsfreundliche Rahmenbedingungen zu schaffen.
„Hightech-Agenda“ und Stärkung von Zukunftsbranchen
In ihrem Programm formuliert die CDU das Vorhaben einer „Hightech-Agenda“ für Schlüsseltechnologien der Weltwirtschaft. Also Beispiele nennt sie u.a. Künstliche Intelligenz, Mikrotechnologie, Quanten- und Batterietechnologien sowie Medizintechnik und Biotechnologie.
Land- und Forstwirtschaft: Wirtschaftliche Nutzung und Naturschutz in Einklang bringen
Die CDU spricht sich dafür aus, Wirtschaftlichkeit und Naturschutz gemeinsam zu denken und möchte Landwirt:innen mehr Freiräume geben. Dazu beitragen sollen zusätzliche Mittel aus dem Haushalt für Digitalisierung und Technisierung der Landwirtschaft sowie Bürokratieabbau. Die Zielsetzung: Mehr Effizienz, Ertrag und Nachhaltigkeit.
Arbeit

Flexibilisierung der Arbeitszeit und Abbau bürokratischer Hürden als Maßnahme gegen den Fachkräftemangel
Die CDU setzt auf eine Flexibilisierung der gesetzlich festgelegten Höchstarbeitszeiten. Anstelle einer täglichen soll es eine wöchentliche Höchstarbeitszeit geben. Auch Teilzeitmodelle sollen ausgeweitet werden.
Soziales
Gesundheit

Krankenhäuser und Moderner Rettungsdienst
Die CDU will die Krankenhausversorgung modernisieren und leistungsfähig aufstellen. Die Partei setzt sich flächendeckend für die Einrichtung integrierter Zentren ein. Außerdem soll ein moderner Rettungsdienst etabliert werden. Geplant ist eine neue Leitstellenkonzeption, die Technik vereinheitlicht und vernetzt sowie Strukturen und Organisation neu ordnet.
Vernetzung, Digitalisierung und Patientensteuerung
Laut Wahlprogramm will die CDU die IT-Infrastruktur im Gesundheitswesen ausbauen, um die Kommunikation zwischen Krankenhäusern, ambulanter Versorgung und Rettungsdienst zu verbessern.
Fachkräfte gewinnen für bessere Versorgung
Die CDU will eine flächendeckende und wohnortnahe medizinische Versorgung sichern. Dafür sollen mehr Mediziner:innen ausgebildet und die Landarztquote erhöht werden. Neue Berufsbilder und die schnellere Anerkennung ausländischer Abschlüsse sollen bei der Fachkräftegewinnung helfen.
Die CDU fordert zusätzliche Studienplätze für Human- und Zahnmedizin sowie Pharmazie. Das Land soll sich an kommunalen Stipendienprogrammen beteiligen. Stationäre und ambulante Weiterbildungen für mehr Facharztgruppen sollen ausgebaut werden, um junge Ärzt:innen früher an eine Niederlassung heranzuführen.
Forschung, öffentlicher Gesundheitsdienst und Finanzierung
Medizinische Forschung will die CDU in Baden-Württemberg stärken und den öffentlichen Gesundheitsdienst modernisieren. Im bundesweiten Finanzierungssystem sieht die Partei das Land systematisch benachteiligt.
Pflege
Die CDU versteht Pflege als Ausdruck von Solidarität zwischen den Generationen. Ziel sei ein verlässliches Pflegesystem, das den Menschen in den Mittelpunkt stellt und pflegende Angehörige sowie professionelle Pflegekräfte stärkt.
Hochwertige Pflege solle wohnortnah und bezahlbar bleiben. Die Partei will prüfen, ob das Land wieder in die Investitionskostenförderung stationärer Pflegeeinrichtungen einsteigt.
Wohnen

Häusle bauen
Laut CDU ist der Bau neuer Wohnungen das beste Mittel um mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Dafür will die Partei bessere Rahmenbedingen zum Beispiel durch mehr Bauland, weniger Auflagen und schnellere Genehmigungen schaffen. Junge Familien sollen finanziell beim Bauen unterstützt werden. Ein neuer Landesentwicklungsplan soll dem erhöhten Bedarf nach Wohnen und Wirtschaften gerecht werden.
Balance aus Vermieter- und Mieterrechten
Mit verlässlichen Rahmenbedingungen für kleine Vermieter:innen und große Wohnungsunternehmen wollen die Christdemokraten den Bau von Mietwohnungen unterstützen. Außerdem soll Obdachlosigkeit bekämpft werden.
Familie

Familie, die Keimzelle unserer Gesellschaft.
Familie, das ist laut Wahlprogramm für die CDU das Ehepaar mit und das ohne Kinder, das sind Alleinerziehende genauso wie Patchwork- und Regenbogenfamilien. Mit guten Rahmenbedingungen will die CDU Wahlfreiheit, Vereinbarkeit von Familie und Beruf und ein gelingendes Familienleben ermöglichen.
Kinderschutz
Die CDU fordert ein Präventionsnetzwerk gegen Kinderarmut und staatliche Eingriffsrechte für den Kinderschutz. Bis 2030 soll das Präventionsnetzwerk gegen Kinderarmut in allen Stadt- und Landkreisen ausgebaut werden. Die Förderung außerschulischer Jugendbildung und -erholung soll das Land entbürokratisieren und digitalisieren.
Bildung & Forschung
Bildung

Verpflichtendes, kostenfreies letztes Kita-Jahr
Das letzte Kita-Jahr soll nach Willen der CDU verpflichtend werden Ziel sei, dass alle Kinder mit soliden sprachlichen, mathematischen, motorischen und sozial-emotionalen Grundlagen in die Grundschule starten können.
Dreigliedriges Schulsystem mit verbindlicher Grundschulempfehlung
Die CDU spricht sich für ein dreigliedriges Schulsystem aus Hauptschule, Realschule und Gymnasium (sowie ergänzend der Gemeinschaftsschule) aus. Drei verschiedene Abschlüsse sollen „Vielfalt sichern“ und „begabungsgerechte Durchlässigkeit“ gewährleisten.
Studium & Wissenschaft

Zehnte Landesuniversität mit Fokus auf KI. Programm „Stay in Baden-Württemberg“ soll Talente im Land halten
Die CDU möchte Talente mittels eines „Stay in Baden-Württemberg“-Programms nach dem Studium im Land halten und in den Arbeitsmarkt bringen. Erreicht werden soll dies über Netzwerke, Mentoringprogramme und Stipendien, die an einen nachlaufen Mindestverbleib geknüpft sind.
Forschung: Fokus auf Spitzentechnologie und Gründungen. Abschaffung der Zivilklauseln
Die CDU unterstreicht die Bedeutung von Gründungen und möchte bessere Rahmenbedingungen schaffen. In Kooperation mit Hochschulen sollen Gründerzentren entstehen, in denen Start-Ups bis zur Marktreife begleitet werden. Zudem soll die Gründertätigkeit als gleichwertige Kernaufgabe von Hochschulen (neben Forschung und Lehre) gesetzlich verankert werden.
Mobilität und Ländlicher Raum
Mobilität

Baden-Württemberg soll aus CDU-Sicht „Autoland“ bleiben
„Baden-Württemberg ist 2036 weiterhin Autoland“, formuliert die CDU in ihrem Wahlprogramm als Vision. Um die Autoindustrie zu unterstützen, schlägt die CDU „Technologieoffenheit“, eine Abschaffung des Verbrennerverbots und „flexibilisierte Flottengrenzwerte“ vor. Zudem soll Baden-Württemberg zum „Testfeld für autonomes Fahren“ werden, verknüpft mit ÖPNV, Logistik und Campusflächen.
ÖPNV soll mit dichteren Takten und Pünktlichkeit attraktiver werden
Im ÖPNV verspricht die CDU „Taktverdichtungen, attraktive Anschlüsse, neue Strecken und moderne Fahrzeuge“ speziell für Busse. Außerdem kündigt sie „Pünktlichkeit, genügend Kapazität, barrierefreie, sichere und saubere Bahnhöfe sowie klare Linien“ fürs ganze System an. Mit „wirksamen Anreiz- und Sanktionsmechanismen für Eisenbahnunternehmen bei Verspätungen und Zugausfällen“ will die Partei im regionalen Bahnverkehr für Qualität sorgen und die „engere Zusammenarbeit aller Eisenbahnunternehmen“ fokussieren.
Infrastruktur

Mehr Radwege, Unterstützung für Stuttgarter Flughafen
Eine „Planungsoffensive“ und „schnelle Entscheidungen“ kündigt die CDU in ihrem Wahlprogramm an. Straßen und Schienen würden „konsequent modernisiert“, besonders unterstützt die CDU „die zügige Umsetzung aller vorgesehenen Autobahn-Aus- und -Neubauprojekte in Baden-Württemberg“. Die jährlichen Erhaltungsmittel für Brücken sollen bis 2030 doppelt so hoch sein wie aktuell.
Güterverkehr-Infrastruktur: Baden-Württemberg als „Vorreiter“ in der Logistik
Die CDU kündigt eine „Initiative Güterverkehr 2036“ an, mit der Baden-Württemberg „zum Vorreiter digitaler und nachhaltiger City-Logistik“ werden soll. Gemeinsam mit Flughäfen will die Union Praxisprojekte mit Transportdrohnen im Express- und Ersatzteilverkehr fördern.
Ländlicher Raum

Glasfaser „bis ins letzte Tal“ und vielfältige Verkehrsangebote
Das Thema „Ländlicher Raum“ zieht sich an vielen Stellen durchs CDU-Wahlprogramm. Eine Grundvoraussetzung für gleichwertige Lebensverhältnisse in Stadt und Land sieht die Partei in einer leistungsfähigen digitalen Infrastruktur, „die auch in der Fläche Weltklasse ist“. Beim Mobilfunk kündigt die Partei ein weitreichendes 5G-Netz und „endlich eine vollständige Abdeckung mit modernster Technik“ an. Außerdem will sie ein „flächendeckendes Glasfasernetz, das bis ins letzte Tal reicht“.
Energie und Klima
Energie

Vielzahl von Energieträgern angekündigt
„Wettbewerbsfähige Energiekosten und Technologieoffenheit“ verspricht die Union, denn Energie dürfe „kein Luxusgut sein“. Das bedeutet aus Sicht der Partei eine Vielzahl an Energieträgern: „Biogas, Biomasse, Fluss- und Seewärme, Photovoltaik, Solarthermie, Wasserkraft, Windkraft sowie tiefe und bodennahe Geothermie“ werden genannt. Die Forschung zu Kernfusion „und im Bereich anderer innovativer Technologien“ will sie fördern.
Klima

Klimaneutralität wohl später, Fokus auf Zertifikatehandel
Die Vorgaben von Bund und EU will die CDU laut Wahlprogramm „künftig eins zu eins“ umsetzen. Das Klimaschutz- und Klimawandelanpassungsgesetz werde sie entsprechend anpassen. Dies könnte bedeuten, dass die CDU erst 2045 Klimaneutralität erreichen will (wie ganz Deutschland). Bislang strebt das Land noch Klimaneutralität im Jahr 2040 an. Explizit steht das jedoch nicht im Wahlprogramm.
„Überragendes öffentliches Interesse“ für Hochwasserschutz
Als Schutz gegen Folgen des Klimawandels räumt die CDU dem Hochwasserschutz Vorrang ein und will ihn als „überragendes öffentliches Interesse“ verankern. „Rückhaltebecken, Dämme und Polder bauen wir schneller und mit flexiblerem naturschutzfachlichem Ausgleich“, heißt es.
Umwelt

Schutz für Wälder und Natur, Kampf gegen invasive Arten
Der Bereich Umweltschutz nimmt bei der Union vergleichsweise viel Raum im Wahlprogramm ein, etwa im Zusammenhang mit Landwirtschaft. So heißt es: „Naturschutz und Landwirtschaft dürfen sich nicht ausschließen.“ Das Programm verspricht landwirtschaftlichen Betrieben weniger Bürokratie und „mehr Handlungsspielraum“ für nachhaltige Bewirtschaftung. Die Ökokonto-Verordnung, die Kompensationsmaßnahmen für Eingriffe in die Natur und Landschaft regelt, will die Union flexibilisieren.
Wasserversorgung als Daseinsvorsorge
Als „zentrale Aufgabe der Daseinsvorsorge“ begreift die Union die Trink- und Brauchwasserversorgung. Jede Kommune soll im Krisenfall ihren Wasserbedarf „vollständig aus einer alternativen Wasserquelle decken“ können. Eine dezentrale Wasserrückhaltung und effiziente Wassernutzung in der Landwirtschaft, zum Beispiel mit Brauchwasser, sollen Wassermangel „frühzeitig entgegenwirken“.
Innen- & Sicherheitspolitik
Inneres

CDU plant mehr Befugnisse für Polizei – auch präventive DNA-Untersuchungen
Das Thema Innere Sicherheit nimmt einen großen Raum ein im CDU-Wahlprogramm. So will die Partei mit einer Einstellungsoffensive nicht nur die Pensionierungen ausgleichen, sondern auch „Hunderte zusätzliche Polizistinnen und Polizisten gewinnen“. Dafür will sie den Quereinstieg vereinfachen sowie bei zusätzlichen Stellen die Besoldung und die Zulage für den lageorientierten Dienst anheben. Sie plant auch mehr Nicht-Vollzugsstellen, also etwa in der Verwaltung.
Mehr „Kontrolldruck“ im öffentlichen Raum
Im öffentlichen Raum will die CDU „für mehr Sicherheit und Ordnung“ sorgen. Dabei sollen mehr Fußstreifen, mehr berittene Polizei, mehr Kontrollen und „wirksamere Platzverweise und Aufenthaltsverbote in den Innenstädten und an Kriminalitätsschwerpunkten“ helfen. Auch hier setzt die Union auf das Mittel Ingewahrsamnahme.
Sicherheitsrat geplant und stärkere Cybersicherheit
Die CDU möchte einen „Sicherheitsrat für Baden-Württemberg“, bei dem Landesregierung, Sicherheitsbehörden, Zivilschutzorganisationen, kommunale Landesverbände und Bundeswehr zusammenarbeiten. Dieser soll „Fragen der Sicherheit und Verteidigung“ bündeln und koordinieren.
Bevölkerungsschutz

Modernere Technik, mehr Schulbildung und neue Schutzraumkonzeption
Die CDU verspricht in ihrem Wahlprogramm moderne Fahrzeuge und eine bessere Warninfrastruktur mit flächendeckendem Sirenennetz. Alle Akteure sollen „unter Nutzung neuester Technik“ kommunizieren und sich koordinieren können. Dazu gehöre auch eine „einheitliche smartphonebasierte Alarmierung von Ersthelferinnen und Ersthelfern“. Die Union will auch prüfen, ob es ein „Kompetenzzentrum Bevölkerungsschutz“ geben soll. Zudem setzt die CDU auf regelmäßige Katastrophenschutzübungen, auch mit Nachbarstaaten.
Justiz

Mehr Personal und mehr Digitalisierung geplant
Im Justizbereich plant die CDU eine Reihe von Änderungen. Den „personellen Aufwuchs“ will sie verstetigen, Künstliche Intelligenz und digitale Aktenführung sollen den Bediensteten helfen. Zudem setzt die CDU auf mehr Spezialisierung innerhalb der Justiz, zum Beispiel durch spezialisierte Asylkammern oder den Commercial Court, und dadurch auf beschleunigte Verfahren. Straftaten gegen Einsatz- und Rettungskräfte will die CDU „konsequent“ verfolgen und die „notwendigen Kapazitäten“ für schnelle Verfahren schaffen.
Steuern und Finanzen
Finanzen

Schlanker Staat und Transparenz
Der Staat muss schlanker werden, fordert die CDU. Außerdem sollen Förderprogramme und alle weiteren Ausgaben auf den Prüfstand gestellt werden. Die Partei spricht sich für einen verantwortungsvollen und sparsamen Umgang mit Steuergeldern aus.
Kommunale Finanzen
Die CDU sieht sich selbst als „die Kommunalpartei im Land“. Daher will sie die Kommunalfinanzen stabilisieren auch durch mehr Mittel vom Land. Steigende Ausgaben bei sinkenden Gewerbesteuereinnahmen setzen Kommunen laut CDU unter Druck. Als Lösung bietet die Partei vorgezogene Zahlungen aus dem Kommunalen Finanzausgleich sowie zusätzliche Landesmittel an. Kommunen sollen durch Vertrauensregelungen und Eigenkontrollmechanismen größere Gestaltungsspielräume erhalten
Steuern

Steuern flexibler gestalten
In Zukunft soll auf jedem Einkommensteuerbescheid dargestellt werden, wofür die Steuern ausgegeben werden. Das stärke Vertrauen und gebe den Bürger:innen Orientierung.
Auf Bundesebene will sich die Partei für eine andere Verteilung der Umsatzsteuer einsetzen, um Kommunen so finanziell zu entlasten. Falls sich das nicht umsetzen lässt, soll ein Hebesatz auf die Einkommensteuer für Kreise und Gemeinden eingeführt werden
Bevölkerung
Migration

Ja zur „Chance“, nein zu „unregulierter Zuwanderung“
In ihrem Wahlprogramm unterscheidet die CDU zwischen „qualifizierter Zuwanderung“ und „irregulärer Migration“. Erstere will sie „als Chance begreifen“, letztgenannter „konsequent“ entgegentreten. So will die Union die Landesagentur für die Zuwanderung von Fachkräften „qualitativ stärken, um zügige Verfahren zu gewährleisten und bürokratische Hürden abzubauen“. Gleichzeitig heißt es im Wahlprogramm: „Die Zeit unregulierter Zuwanderung ist vorbei“. Die Union wolle Zuwanderung „verlässlich ordnen, steuern und begrenzen“.
CDU will Verfahren noch in Landeserstaufnahmestelle abschließen
Mit gestärkten Behörden und Gerichten und optimierten Verfahrensabläufen hofft die CDU auf „zügige und klare Entscheidungen“ im Bereich Migration. So hätten Menschen mit Bleiberecht schnelle Rechtssicherheit, und diejenigen ohne Bleiberecht würden das Land „zeitnah verlassen“. Neben einer besseren Zusammenarbeit der Behörden brauche es zur Identitätsklärung auch „umfassende Möglichkeiten zur Auswertung von mitgeführten Mobilfunkgeräten“.
Integration

Offene Türen für den, „der sich anstrengt“ – Fokus auf Sprache und Arbeit
Die CDU begreift Integration als „zentralen Baustein für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Zukunftsfähigkeit Baden-Württembergs“. Willkommen sei, „wer unsere Gesellschaft bereichert“. Eine Entscheidung für „unser Land“ bedeute unter anderem auch eine Entscheidung für „unsere Leitkultur“. Eine „moderne und wirksame Integrationspolitik“ bedeutet aus CDU-Sicht zum Beispiel: „Wer sich anstrengt, unsere Sprache spricht und sich einbringt, dem stehen alle Türen offen, um seinen eigenen Traum zu verwirklichen.“ Gleichzeitig heißt es: Integration sei keine Einbahnstraße, „sondern eine gemeinsame Anstrengung“.
Demografie

Weniger Personal im öffentlichen Dienst, Selbstbestimmtheit für Ältere
Dem demografischen Wandel will die CDU auf verschiedene Art begegnen. Zum einen heißt es, die Personalausstattung im öffentlichen Dienst müsse „nach und nach an die aktuellen Bedarfe“ angepasst werden. Dies bedeute eine Reduzierung des Personals in der Kernverwaltung um zehn Prozent innerhalb von fünf Jahren. Beispielsweise in der Finanzverwaltung solle auch der Einsatz von KI eine dennoch leistungsfähige Verwaltung sicherstellen.
Demokratie & Gesellschaft
Demokratie

Wahlen & Beteiligung: Kritik am Bundestagswahlrecht. Überlegungen zu Verkleinerung des Landtages
Kritik übt die CDU am Bundestagswahlrecht. Besonders der Umstand, dass es in manchen Wahlkreisen keine direkt gewählten Abgeordneten mehr gibt, missfällt ihr.
Gegen Extremismus: Demokratiebildung „Rechtsstaat macht Schule“
Das Demokratiebildungsprogramm „Rechtsstaat macht Schule“ möchte die CDU landesweit ausbauen und Kindern und Jugendlichen vermitteln, warum Freiheit, Recht und Verantwortung zusammengehörten.
Medien: Beitragsstabilität und mehr regionale Berichterstattung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk
Die CDU bekennt sich zu einem modernen öffentlich-rechtlichen Rundfunk, dem die Menschen „wieder vertrauen“. Sie wünscht sich mehr inhaltliche Vielfalt und regionale Berichterstattung. Über Kostentransparenz und die Nutzung vorhandener Einsparpotenziale soll die Beitragsstabilität gewährleistet werden. Das Gehaltsgefüge insbesondere der Leitungspositionen soll sich künftig am Öffentlichen Dienst orientieren.
Verwaltung: Digitalisierung und Bürokratieabbau
Die CDU wünscht sich einen schlanken Staat, der nur dann tätig wird, wenn es einen Mehrwert bietet. Parallelstrukturen möchte man abbauen, Beauftragte und Agenturen des Landes auf den Prüfstand stellen. Zugleich soll die Verwaltung größere Ermessensspielräume erhalten und bürgernahe, lösungsorientierte Entscheidungen treffen können.
Gesellschaft

Weniger Bürokratie, verpflichtender Freiwilligendienst und mehr private Spenden
Zivilgesellschaftliches Engagement sei ein unverzichtbarer Bestandteil unserer Demokratie, schreibt die CDU in ihrem Wahlprogramm – und will die Finanzierung ändern. Ehrenamt soll entbürokratisiert und gestärkt werden. Die Christdemokrat:innen fordern außerdem ein verpflichtendes Deutschlandjahr.
Faires und menschliches Miteinander
Vielfalt und Fairness sowie Zusammenhalt würden unsere Gesellschaft stärker und menschlicher machen, so die CDU. Jeder solle sich unabhängig von Herkunft, Glaube, Sexualität, Geschlecht, Alter oder Behinderung frei entfalten können. Hass und Gewalt trete die CDU entschieden entgegen.
Kultur

Kultur, Medien und Kreativwirtschaft
Die CDU betont die Bedeutung von Kultur und Medien für Identität, gesellschaftlichen Zusammenhalt und wirtschaftliche Stärke des Landes. Laut Wahlprogramm will die Partei Tradition bewahren und zugleich digitale Entwicklungen nutzen, um Kultur und Medien zukunftsfähig aufzustellen. Ziel seien verlässliche Rahmenbedingungen, weniger Bürokratie und eine breite kulturelle Teilhabe.








