Wirtschaftssektoren

Foto: Anna Vogel

In der Wirtschaftsstruktur von Baden-Württemberg ist vor allem der Bereich der Dienstleistungen wesentlich. Dieser Sektor ist in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen und macht inzwischen fast 60 Prozent der Wertschöpfung und Beschäftigung im Südwesten aus, was im Bundesvergleich nach wie vor eher wenig ist. Das liegt unter anderem an der kleinräumig-dezentralen Struktur im Südwesten. Mit ihren kleingewerblich-handwerklichen Traditionen förderte diese zwar die Entwicklung hochspezialisierter Industriebetriebe, bot aber nur mäßige Chancen für große Dienstleistungsunternehmen. Dafür beruhen fast 40 Prozent der Wertschöpfung auf dem Produzierenden Gewerbe (Deutschland: 30 Prozent), was Baden-Württemberg als traditionellen Industriestandort auszeichnet.

Unter den rund sechs Millionen Erwerbstätigen in Baden-Württemberg arbeiten derzeit fast 4,1 Millionen im Dienstleistungssektor. Etwa 1,9 Millionen Menschen sind im Produzierenden Gewerbe tätig und 100 000 in der Landwirtschaft. Dabei werden Dienstleistungen auch im Bereich der Industrie immer wichtiger. Schon jetzt übt etwa die Hälfte der Beschäftigten in der Industrie eine Dienstleistungstätigkeit aus.

Standortfaktoren und Branchen

Grundlage des wirtschaftlichen Erfolges sind die Standortbedingungen des Landes. Was aber sind die Faktoren, die Baden-Württemberg als Standort für Unternehmen und Beschäftigte attraktiv machen? Angesichts des Mangels an natürlichen Rohstoffen sind Qualifikation, Innovationstätigkeit und hohe Anpassungsfähigkeit der Menschen die eigentliche Kraftquelle des Landes.

Als harte Standortfaktoren gelten zunächst einmal eine gut entwickelte Infrastruktur im Verkehrsbereich. Darüber hinaus ist der Bereich Arbeit von Bedeutung. Baden-Württemberg hat unter allen Bundesländern nach Bayern die niedrigste Arbeitslosenquote. Gleichzeitig bleibt hier seit Jahren das Pro-Kopf-Einkommen hoch und das Preisniveau stabil. Das Land Baden-Württemberg erweist sich zudem im Bereich Forschung und Entwicklung als führend, der zu den weichen Standortfaktoren gezählt werden kann. So investiert das Bundesland gemessen am BIP deutschlandweit das meiste Geld in diesen Bereich und führt in der Zahl der 2014 angemeldeten Patente. Damit lockt Baden-Württemberg insbesondere Gründer an, die sich mit bereits etablierten Unternehmen vernetzen wollen. Dazu ist der Standortfaktor Digitalisierung in den vergangenen Jahren zunehmend wichtiger geworden. Zuletzt macht sich Baden-Württemberg durch ein anziehendes Wohnumfeld und ein abwechslungsreiches kulturelles Angebot attraktiv.

Wirtschaftssektoren

Im Zuge des Strukturwandels bewegt sich die Wirtschaftsstruktur Baden-Württembergs immer mehr auf eine Vierteilung zwischen Industrie, unternehmensbezogenen Dienstleistern, und Dienstleistern konsumorientierter und öffentlicher Art hin. So trägt der Bereich der unternehmensnahen Dienstleistungen (Finanz-, Versicherungs, und Unternehmensdienstleister, sowie Wohungs- und Grundstückswesen) etwa 23 Prozent zur Wertschöpfung im Land bei (2015). Die Industrie liegt mit ihrem Anteil im verarbeitenden Gewerbe bei rund 33 Prozent. Fast 18 Prozent steuern die konsumorientierten Dienste bei (v. a. Handel, Verkehrsdienstleistungen, Gastgewerbe, Freizeitwirtschaft, Kommunikation, u. a.) und ebenfalls 18 Prozent entfallen auf öffentliche Dienstleistungen, sowie Erziehung und Gesundheit. Der Bereich der Land- und Forstwirtschaft macht lediglich 0,4 Prozent der Bruttowertschöpfung aus.

Führende Position in Deutschland

Das Leistungsniveau der Wirtschaft im Ländle ist derzeit hoch. In Deutschland gehört Baden-Württemberg zu den führenden Bundesländern in den Bereichen:

  • überdurchschnittlich hohes Pro-Kopf-Einkommen;
  • hohes Lohnniveau;
  • niedrige Arbeitslosenquote (2015: 3,8 Prozent);
  • hohes Wirtschaftswachstum (2015: 3,1 Prozent);
  • Weltmarktorientierung: Hohe Exportquote (2015: 42,3 Prozent) und hohes Unternehmensvermögen im Ausland;
  • hohe Finanzkraft und damit hoher Geberanteil zum horizontalen Länderfinanzausgleich.

Mehr Zahlen und Daten zum Ländervergleich finden Sie hier.

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Statistik

 

2015: "Baden-Württemberg - ein Standort im Vergleich".
Die Zusammenstellung vom Landesamt für Statistik hilft, Bereiche wie z.B. Wirtschaft, Gesellschaft und Bildung in Zahlen auszudrücken und damit besser vergleichbar zu machen.

 
 
 
 
 

Statistik

 

Gesamtwirtschaftliche Ergebnisse in Baden-Württemberg 2016

In dieser Broschüre des Statistischen Landesamtes sind Berechnungen zum Wirtschaftswachstum, der Einkommenssituation, dem Konsum und der Investitionstätigkeit in der Gesamtwirtschaft dargestellt.

zur Broschüre