Wahlumfragen zur Landtagswahl

Wenn am nächsten Sonntag Landtagswahl wäre

Der Informationswert von Wahlprognosen und Trendaussagen im Vorfeld einer Wahl müssen immer kritisch hinterfragt werden. Zweifellos haben Meinungsumfragen einen gewissen Unterhaltungswert. Die Umfrageergebnisse der Institute können aber bestenfalls nur Richtwerte sein.
Die Wahlen in den letzten Jahrzehnten haben gezeigt, dass die Umfragen nur selten den tatsächlichen Ergebnissen entsprochen haben, aber dennoch dienen sie als Hinweis über die Stimmung im Lande zu einem bestimmten Zeitpunkt und natürlich werden sie gerne politisch verwendet, um die politischen Gegner unter Druck zu setzen. Nach Ansicht von Wahlforschern kommt es vor allem dann zu deutlichen Fehlprognosen, wenn ein großer Anteil der Wähler bis kurz vor der Wahl unentschlossen ist. Ein hoher Anteil an Wechselwählern kann Prognosen zusätzlich erschweren. Ob die Veröffentlichung von Umfrageergebnissen Wähler und Wahlen beeinflussen kann, ist umstritten. Letztendlich zählt also wie die  Wählerinnen und Wähler entscheiden und nicht das was die Demoskopen vorhersagen.

Aktuelle Umfragen
Noch vor einem Jahr waren die politischen Verhältnisse wie seit Jahren klar zu Gunsten von CDU und FDP verteilt. Nun, eine Wochen vor der Landtagswahl, wirkt sich die Atomkatastrophe von Japan auf die Stimmung der Wählerinnen und Wähler aus. Waren bisher die Bildungspolitik und das umstrittenen Bahnprojekt Stuttgart 21 die wichtigsten Wahlkampfthemen, so überlagert die Diskussion über die künftige Energiepolitik alle anderen Themen. Die Mehrheit (68 Prozent) sagt, dass das Thema Atomkraft einen wichtigen Einfluss auf ihre Wahlentscheidung hat.

Nach der jüngsten Meinungsumfrage der Forschungsgruppe Wahlen im Auftrag des ZDF vom 18. März zeichnet sich ein  Kopf-an-Kopf-Rennen ab. Grün-Rot liegt derzeit vor Schwarz-Gelb.

Die Grünen konnten in den letzten Wochen aufholen und liegen mit 25 Prozent in Baden-Württemberg wieder vor der SPD. Die Sozialdemokraten kommen jetzt auf 22,5 Prozent. Damit würde eine Grün-Rote Koalition auf eine Mehrheit von 47,5 Prozent der Stimmen kommen.

Die CDU von Ministerpräsident Stefan Mappus kommt derzeit auf 38 und die FDP auf fünf Prozent der Stimmen. Damit stecken Schwarz-Gelb mit zusammen 43 Prozent weiter in einem historischen Tief. Die Union ist zwar die stärkste Partei in Baden-Württemberg; bei der Wahl 2006 waren es aber noch 44,2 Prozent gewesen. Vor fünf Jahren hatte die FDP noch 10,7 Prozent erzielt.

Die Linke würde mit 4,5 Prozent den Einzug in den Landtag knapp verpassen. Die Umfrage war vom 15. bis 17. März unter 1.382 Wahlberechtigten erhoben worden.

Wahlthemen
Nach einer Meinungsumfrage von Infratest dimap vom 3. Februar 2011 im Auftrag des SWR und der Stuttgarter Zeitung  nannten die Befragten zu 55 Prozent als sehr wichtig für Ihre Wahlentscheidung das Thema Bildung, gefolgt von Familie/Kinder (40 Prozent), Energie/Umwelt (35 Prozent) und Wirtschaft (34 Prozent). Stuttgart 21/Verkehr spielte für nur noch 19 Prozent eine wichtige Rolle.  Für die Erhebungen befragte Infratest dimap zwischen dem 1. und dem 2. Februar jeweils 1.000 repräsentativ ausgewählte Personen in Baden-Württemberg.

Ministerpräsident
Laut einer Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen im Auftrag des ZDF vom 4. Februar 2011 kommt bei der Frage, wen die Baden-Württemberger am liebsten als Ministerpräsidenten hätten, Amtsinhaber Stefan Mappus auf 33 Prozent der Wahlberechtigten im Land. Der Spitzenkandidat der Grünen, Winfried Kretschmann, kommt auf 15 Prozent und lediglich 11 Prozent wollen den SPD-Spitzenkandidaten Nils Schmid als künftigen Ministerpräsidenten. Keinen der drei wollen sechs Prozent und immerhin 41 Prozent haben keine Meinung oder trauen sich kein Urteil zu, weil sie mindestens einen der Kandidaten nicht kennen. Die Umfrage waren in der Zeit vom 31.01. bis zum 02.02.2011 unter 1060 Wahlberechtigten erhoben worden.

Wahlumfragen zur Landtagswahl 2011 (Angaben in Prozent)




Sonstige
Emnid vom 20.03.201138
22
25
6
4
-
Forschungsgruppe Wahlen vom 18.03.2011 38
22,5
25
5
4,5
5
Infratest dimap vom 17.03.201139
22
24
5,5
4,5
5
Infratest dimap vom 14.03.201142
22
21
6
4
5
Emnid vom 12.03.201139
24
20
7
5
-
Forsa vom 11.03.2011
40
26
20
5
4
5
Emnid vom 04.03.201138
25
21
8
4
4
Forsa vom 02.03.2011
39
26
19
6
4
6
Emnid vom 27.02.201140
23
22
6
4
5
Emnid vom 20.02.201140
20
23
7
5
5
Emnid vom 13.02.201140
19
25
7
4
5
Forschungsgruppe Wahlen vom 04.02.2011 41
19
25
6
4
5
Infratest dimap vom 03.02.201139
21
24
6
5
5
Emnid vom 29.01.201140
20
27
5
4
4
Emnid vom 19.12.2010
41
19
29
4
4
3
Infratest dimap vom 02.12.201039
18
28
5
5
5
Forschungsgruppe Wahlen vom 26.11.2010
39
19
26
5
4
7
Allensbach vom 19.11.2010
38
22
26
5
5
4
TNS Forschung vom 09.10.2010 34
19
32
6
5
4
Infratest dimap vom 08.09.2010
35
21
275
5
7
Infratest Politikforschung vom 27.07.2010
37
25
20
7
5
6
Infratest dimap vom 18.02.2010
43
20
17
11
4
5
Ergebnis der Landtagswahl 2006
44,225,211,7
10,7
--
6,1
 

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