Kinderbetreuung

In den vergangenen Jahren sind auch in Baden-Württemberg die Plätze in der Kleinkinderbetreuung massiv ausgebaut worden. Das Ziel ist es, allen Eltern, die dies wünschen, einen Krippenplatz für ihre Ein- und Zweijährigen Kinder zur Verfügung zu stellen; seit August 2013 haben Eltern darauf einen Rechtsanspruch.

Der Anteil von Kleinkindern, die in einer staatlichen, kirchlichen oder privaten Krippe betreut werden, ist in den vergangenen zehn Jahren rasant gestiegen: lag es im Jahr 2006 noch bei 7,3 Prozent, waren es 2015 bereits 24,3 Prozent aller Kinder unter drei Jahren.

Obwohl Krippen- und Kindergartenplätze staatlich stark gefördert werden, bedeuten die Beiträge für manche Eltern eine finanzielle Belastung. Im baden-württembergischen Landtagswahlkampf spielt deshalb auch dei Frage nach einer (teilweisen) Beitragsfreiheit von Krippen und Kindergärten eine Rolle.

Betreuung von Kindern unter 3 Jahren

Was sagen die Parteien zur Kinderbetreuung?

Die Christdemokraten wollen eine "flächendeckende Versorgung mit Kindertagesstätten" gewährleisten. In der Kleinkindbetreuung sollen die Arbeitsbedingungen für Tagesmütter- und väter verbessert werden. Das Betreuungsgeld würde eine CDU-geführte Landesregierung als Landesleistung weiterführen.

(Hintergrund: Das Bundesverfassungsgericht hatte Mitte 2015 geurteilt, dass das 2013 eingeführte Betreuungsgeld verfassungswidrig ist. Es kam Eltern zugute, die ihr Kleinkind zwischen 15 Monaten und drei Jahren nicht in einer staatlich finanzierten Einrichtung betreuen lassen und betrug 150 Euro im Monat. Bayern führt das Betreuungsgeld als Landesleistung weiter.)

Für Kinder ab fünf Jahren soll ein beitragsfreies und verpflichtendes letztes Kindergartenjahr eingeführt werden.

Die Grünen betonen, dass die grün-geführte Landesregierung die Mittel für die frühkindliche Bildung von 83 Millionen Euro im Jahr 2010 auf 795 Millionen Euro im Jahr 2016 fast verzehnfacht habe. Die Partei will das Betreuungsgeld nicht als Landesleistung weiterführen, sondern die freiwerdenden Mittel in die Betreuung von Kleinkindern Bildung investieren. Tageseltern könnten in Baden-Württemberg unter guten Bedingungen arbeiten, da sich die Landeszuschüsse von 12 Millionen Euro im Jahr 2011 auf 44 Millionen Euro erhöht hätten.

Den kostenlosen Besuch von Krippen und Kindergärten halten die Grünen zum aktuellen Zeitpunkt für nicht finanzierbar.

Die Sozialdemokraten betonen ihren Beitrag beim Ausbau der Krippenplätze für Ein- bis Dreijährige Kinder (Eltern haben seit August 2013 einen Rechtsanspruch auf einen Platz). Bei der Zahl der Plätze habe die grün-rote Landesregierung Baden Württemberg "von ganz hinten in die Spitzengruppe aller Bundesländer geführt". Deshalb sei die Zahl der Ein- und Zweijährigen, die eine Krippe besuchen, im Vergleich zum Jahr 2010 unter Schwarz-Gelb um mehr als 50 Prozent gestiegen. Auch die Qualität der Betreuung sei spitze. In Einrichtungen mit vielen Kindern mit nicht-deutscher Muttersprache werde der Spracherwerb besonders gefördert.

Die SPD möchte die Gebühren für Krippen und Kindergärten in der kommenden Legislaturperiode schrittweise abschaffen.

Die FDP will eine "hohe Qualität der frühkindlichen Betreuungsangebote" sicherstellen. Eltern sollen die Wahl zwischen Tageseltern und Kindertagesstätten haben. Deshalb sollen Tageseltern stärker gefördert werden. Außerdem wollen die Liberalen ein Gutscheinmodell entwickeln: Eltern sollen Gutscheine erhalten, die sie für ihre Kinder einsetzen können; damit soll "die Finanzierung von frühkindlicher Betreuung auf eine tragfähige Grundlage" gestellt werden.

Die Sprachtests bei Vorschulkindern, die heute schon praktiziert werden, will die FDP ausbauen. Dabei sollen Kinder und Eltern nicht nur auf Defizite hingewiesen werden, auch Begabungen und Neigungen sollen gefördert werden. Die Eltern sollen die Grundschule für ihre Kinder frei wählen dürfen. Dafür sollen die Schulbezirke abgeschafft werden.

 

 

 

 

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