Menschen

Menschen ind Baden-Württemberg
Foto: LMZ-BW

Nach einer unter dem Titel "Perspektive-Deutschland", einer Initiative von McKinsey, stern, ZDF und AOL, im Mai 2005 veröffentlichen Umfrage ist die Zufriedenheit der Menschen mit dem Leben am Wohnort in Baden-Württemberg mit 79 Prozent deutlich höher als im Bundesdurchschnitt. Baden-Württemberg liegt mit diesem Wert bundesweit an der Spitze. Auch bei den ökonomischen, sozialen und Freizeit bezogenen Standortfaktoren schätzen die Baden-Württemberger ihr Land positiver ein als die Bürgerinnen und Bürger in anderen Ländern.

Die Einwohner Stuttgarts sind die zufriedensten Menschen in Deutschlands Großstädten. Dem im Oktober 2008 veröffentlichte "Zuversichtsindex" des Versicherers Allianz und der Universität Hohenheim zufolge bewerteten 71 Prozent der Einwohner der baden-württembergischen Landeshauptstadt ihre persönliche Situation als "gut" oder "sehr gut". Im Bundesdurchschnitt beschrieben nur 54 Prozent aller Deutschen in Großstädten mit mehr als 500.000 Einwohnern ihre Lebenssituation ähnlich.

Der Einwohnerzahl nach belegte Baden-Württemberg 2009 mit einer Bevölkerung von 10,74 Millionen bundesweit den dritten Platz hinter Nordrhein-Westfalen und Bayern. Damit lebt etwa jeder achte Bundesbürger im "Ländle".

Allerdings sinkt die Zahl der Einwohner seit 2008 auch im Südwesten. Ursache für diese Entwicklung ist zum einen das steigende Geburtendefizit. Es werden in Baden-Württemberg also weniger Menschen geboren als sterben. Zum anderen ziehen weniger Menschen nach Baden-Württemberg. Im Jahr 2009 lebten etwa 4.600 Personen weniger im Land als im Vorjahr. Das Statistische Landesamt erwartet, dass sich der Bevölkerungsrückgang auch in den nächsten Jahren fortsetzen wird. Außerdem steigt der Altersdurchschnitt der baden-württembergischen Gesellschaft immer mehr. Schon im April 2010 waren 4 Millionen Baden-Württemberger 50 Jahre und älter, aber nur 1.27 Millionen unter 25 Jahre alt.

Das Zusammenleben in Baden-Württemberg ist schon lange von kultureller Vielfalt geprägt. Menschen verschiedenster Herkunft, unterschiedlicher Sprachen, Kulturen und Religionen leben, lernen und arbeiten miteinander.
Von den 10,7 Millionen Baden-Württembergern besitzen 2,7 Millionen einen Migrationshintergrund – das sind rund 25 Prozent. Das ist mehr als in jedem anderen bundesdeutschen Flächenland. Jeder dritte Baden-Württemberger unter 18 Jahren weist einen Migrationshintergrund auf. Zu den Personen mit Migrationshintergrund zählen neben den zugewanderten und in Deutschland geborenen Ausländern auch Personen mit deutscher Staatsangehörigkeit, wie z.B. Spätaussiedler, eingebürgerte Personen, sowie deren Kinder.
1,26 Millionen Menschen in Baden-Württemberg besitzen hier zu Lande einen ausländischen Pass. Die größte Gruppe unter den ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern stellten die rund 280.000 Türkinnen und Türken. Aus den Ländern des ehemaligen Jugoslawien stammten etwa 225.000 und aus Italien ca. 160.00 Personen der im Land lebenden ausländischen Bevölkerung.

Schaffe und sparen...
Im Jahr 2010 waren knapp 5,6 Millionen Einwohner Baden-Württembergs im Alter von 15 bis unter 65 Jahren erwerbstätig; das entspricht ca. drei Viertel der baden-württembergischen Bevölkerung dieser Altersgruppe. Dabei gingen ca. 80 Prozent der Männer und gut 69 Prozent der Frauen einer Erwerbstätigkeit nach. Die vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Produzierenden Gewerbe und Dienstleistungsbereich in Baden-Württemberg verdienten im 3. Quartal 2010 durchschnittlich 3.434 Euro brutto im Monat.

Im Jahr 2010 stand den privaten Haushalten in Baden-Württemberg ein Einkommen von 217 Milliarden Euro zur Verfügung. Damit betrug das verfügbare Einkommen je Einwohner im Land fast 20.200 Euro. Die Höhe des verfügbaren Einkommens gibt Aufschluss über den materiellen Wohlstand der privaten Haushalte, weil sämtliche Einkommensbestandteile, die den privaten Haushalten zufließen, und sämtliche Abflüsse, die deren Einkommen schmälern, berücksichtigt werden. Innerhalb Deutschlands weist Baden-Württemberg unter den Flächenländern das höchste verfügbare Einkommen je Einwohner auf.

Die Ersparnisse der baden-württembergischen Bürgerinnen und Bürger betrug 2007 über 27 Milliarden Euro. Der Anteil der Ersparnis am Verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte, die so genannte Sparquote, belief sich damit auf 12,4 Prozent. Baden-Württemberg hat somit den höchsten Sparanteil unter allen Bundesländern. Allgemein besteht bei der Sparquote unter den deutschen Bundesländern ein deutliches Nord-Süd-Gefälle.

Arbeitsmarkt
Auch Baden-Württemberg konnte sich der Weltwirtschaftskrise nicht entziehen. Im Jahr 2009 fiel die Arbeitsmarktbilanz erstmals seit sechs Jahren wieder negativ aus. So sank die Zahl der Erwerbstätigen in Baden-Württemberg jahresdurchschnittlich um 0,5 Prozent. Zu diesen Ergebnissen kommt das Statistische Landesamt Baden-Württemberg. Zu den Erwerbstätigen zählen neben den sozialversicherungspflichtig beschäftigten Arbeitern und Angestellten auch Beamte, Selbstständige einschließlich mithelfende Familienangehörige und Ich-AGs sowie ausschließlich geringfügig Beschäftigte wie Personen mit Minijobs oder Zusatzjobs. Die gut 3,8 Millionen sozialversicherungspflichtig beschäftigten Arbeiter und Angestellten stellen dabei mit einem Anteil von rund 70 Prozent die mit Abstand größte Berufsgruppe unter den Erwerbstätigen. Der Stellenabbau im Jahr 2009 traf in erster Linie diese Berufsgruppe. Rund 34.000 Personen weniger als im Vorjahr waren am Jahresende in Baden-Württemberg sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Ingesamt verloren fast 56.000 Menschen in Baden-Württemberg ihren Arbeitsplatz. Die Arbeitslosenzahlen stiegen auf 285.000, was eine Arbeitslosenquote von 5,1 Prozent bedeutet.

Baden-Württemberg war wegen seiner stark exportorientierten Industrie besonders stark von der Weltwirtschaftskrise betroffen und schnitt deshalb im bundesweiten Vergleich 2009 schlechter ab als die meisten anderen Bundesländer. Lediglich in Thüringen (– 1,2 Prozent), Sachsen und im Saarland (jeweils – 0,8) war der prozentuale Abbau an Arbeitsplätzen stärker. Bundesweit ging die Zahl der Erwerbstätigen 2009 um 14.000 oder 0,03 Prozent auf 40,3 Millionen zurück, wobei es in sieben Bundesländern noch einen Zuwachs an Erwerbstätigen gab. Dadurch betrug die Arbeitslosenquote 2009 bundesweit 8,2 Prozent. Trotz der gestiegenen Arbeitslosigkeit blieb Baden-Württemberg mit 5,1 Prozent nach Bayern (4,8) das Bundesland mit der niedrigsten Arbeitslosenquote.

Die Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf den baden-württembergischen Arbeitsmarkt wären noch weitaus gravierender ausgefallen, hätte es nicht die Möglichkeit der Kurzarbeit gegeben. Die Unternehmen wollten ihre Fachkräfte behalten und versuchten die Auftragsflauten zu überbrücken und Entlassungen zu vermeiden, indem sie Kurzarbeit beantragten. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit waren in Baden-Württemberg im Jahr 2009 durchschnittlich rund 9.300 Betriebe und über 232.000 Beschäftigte aus konjunkturellen Gründen von Kurzarbeit betroffen. Damit war 21 Prozent der bundesdeutschen Arbeitnehmer in Kurzarbeit Baden-Württemberger.

Im Januar 2011 fiel die Zahl der Arbeitslosen in Baden-Württemberg wieder positiver aus. 261.100  Baden-Württemberger waren zu diesem Zeitpunkt ohne Arbeit. Das bedeutet eine Arbeitslosenquote von nur noch 4,7 Prozent, bundesweit die niedrigste Arbeitslosenquote. Insgesamt nahm die Erwerbstätigkeit 2010 aufgrund der guten konjunkturellen Lage um 0,5 Prozent zu. Für 2011 wird ein weiterer Anstieg der Beschäftigten um 0,75 Prozent erwartet.

Zum Jahresende 2009 erhielten in Baden-Württemberg 577.000 Menschen eine staatliche Hilfeleistung. 482.000 dieser Menschen, und damit rund 4,5 Prozent der Bevölkerung, empfing die Grundsicherung für Arbeitssuchende (ALG II) bzw. das Sozialgeld für nicht erwerbsfähige Angehörige. Etwa 71.000 Personen bezogen Leistungen der Grundsicherung im Alter und bei vollständiger Erwerbsminderung. Die Empfänger anderer Leistungen, wie zum Beispiel die nach dem Asylbewerberleistungsgesetz, machen dagegen nur einen kleinen Teil aus. Insgesamt ist die Bezugsquote Baden-Württembergs im Vergleich zu anderen Bundesländern niedrig. So erhalten nur in Bayern weniger Einwohner Leistungen der Mindestsicherungssysteme. 

Nach oben

Weiterführende Links:

Nach oben

Erklärfilm - so funktioniert Landespolitik


Ein kurzer Animationsfilm der Vertretung des Landes Baden-Württemberg beim Bund erklärt, wie Landespolitik funktioniert.
mehr

 

Landeskunde Baden-Württemberg