Foto: LMZ Baden-Württemberg

Der Landtag

Der Landtag von Baden-Württemberg hat seinen Sitz in der Landeshauptstadt Stuttgart. Die Abgeordneten werden für fünf Jahre gewählt. Sie sind nach der Landesverfassung die „Vertreter des ganzen Volkes“ (Art. 27,3 LV). Den Willen des Volkes in einer modernen pluralistischen Gesellschaft zu vertreten (repräsentative Demokratie), erfordert demokratisch legitimierte Verfahren.

Über die Gesetze und die staatlichen Leistungen, die große Lebensbereiche der Bürgerinnen und Bürger regeln, muss im Sinne und zum Wohle der Allgemeinheit verhandelt und entschieden werden. Das geschieht nach den Prinzipien von Mehrheit und Minderheit, von Überzeugen und Kompromiss. Parlamentarische Mehrheiten legitimieren die politischen Entscheidungen und die staatliche Machtausübung. Sie bilden die Basis stabiler Regierungen.

Die sinkende Wahlbeteiligung bei den Landtagswahlen ist ein Indiz für einen gewissen Bedeutungsverlust des Landesparlaments. Auch die öffentliche Wahrnehmung schenkt der Landespolitik weniger Aufmerksamkeit als der Bundespolitik. Die Landtage haben Freiräume für die eigene Politikgestaltung und  Gesetzgebungskompetenzen an die bundes- und zunehmend auch an die europapolitische Ebene abgeben müssen.

Zwar haben die Vertreter der Landesregierungen mit dem Bundesrat das Verfassungsorgan, in dem  landespolitische Zielsetzungen in die Gesetzgebung eingebracht werden können. Doch vor dem Hintergrund der immer stärkeren Verflechtung der bundes-, europa-, und landespolitischen Kompetenzen hat die Landespolitik an Transparenz und Kontur verloren. Für die Bürger ist es schwierig zu erkennen, welche Institutionen, welche politische Entscheidungsebene oder welche Partei Einfluss genommen haben und die Verantwortung tragen.  

Föderalismusreform

Die Föderalismusreform, seit 2003 von der „Kommission zur Modernisierung der bundesstaatlichen Ordnung“ erarbeitet, verfolgte zum einen das Ziel, die Gesetzgebung des Bundes zu vereinfachen und zu beschleunigen, indem die von den Ländern zustimmungspflichtigen Gesetze zurückgefahren wurden. Sie stellt aber auch eine Reaktion auf die schwindende Bedeutung der Länderparlamente dar, deren primäres Motiv in der Stärkung der Gestaltungsmöglichkeiten der Länder besteht. Damit eröffnet sich die Chance, die Landespolitik schärfer zu profilieren sowie die landespolitischen Entscheidungen für die Bürger transparenter zu machen. 

Vollzeitparlament

Der Landtag von Baden-Württemberg wird ab der 15. Legislaturperiode ein Vollzeitparlament sein. Bis dahin ist es ein Teilzeitparlament, d. h., dass Abgeordnete neben ihrer parlamentarischen Arbeit auch noch einem Beruf nachgehen können.  

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Das Gebäude

Das Haus des Landtags wurde 1961 eingeweiht. Im Mittelpunkt des würfelförmigen Gebäudes (Grundfläche 54 x 54 m, Höhe 20 m): der fensterlose Plenarsaal. Um ihn gruppieren sich im Haupt- und Obergeschoss die kleinen Sitzungssäle sowie Arbeitsräume der Fraktionen, der Landesregierung und der Landtagsverwaltung.

Die Versteinerungen an der großen Schieferwand in der Eingangshalle stammen aus der Nähe von Holzmaden am Fuß der Schwäbischen Alb und sind mindestens 140 Millionen Jahre alt. Die Porträtbüsten vor der rechten Seitenwand stellen ehemalige Landtagspräsidenten dar. Das Triptychon „Paraphrasen zu den Nationalfarben“ am Aufgang zum Hauptgeschoss hat der Stuttgarter Künstler Otto Herbert Hajek geschaffen.

Im Plenarsaal sitzen die 139 Abgeordneten des 14. Landtags – mit Ausnahme der Fraktionsvorstände – in der Regel in alphabetischer Reihenfolge. Im Rücken der Abgeordneten befinden sich die Studios des Südwestrundfunks und privater Rundfunkanstalten sowie der Bereich, wo das Fernsehen seine Kameras aufstellen kann. Die Zeitungsjournalisten haben ihre festen Plätze auf der Pressetribüne über der Regierungsbank.
Auf den Zuschauerrängen finden rund 240 Besucher Platz. Raum für Begegnungen und für repräsentative Veranstaltungen bietet die Wandelhalle im Hauptgeschoss.

Das 1987 bezogene Haus der Abgeordneten auf der anderen Seite der Konrad-Adenauer-Straße ist durch einen Tunnel mit dem Landtag verbunden. 210 Büroräume, darunter 114 Zimmer für Abgeordnete sowie Fraktions- und Besprechungszimmer, zählt dieser achtgeschossige Bau. Hinzu kommen das Informationszentrum, die Druckerei, der Drucksachenversand, Archiv- und Registraturräume, ein Technikbereich und eine Tiefgarage.  

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Der 15. Landtag

Der 15. Landtag von Baden-Württemberg tritt am 11. Mai 2011 erstmals zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen. Die Wahl des neuen Ministerpräsidenten und die Bestätigung der neuen Landesregierung erfolgt im Stuttgarter Landtag am 12. Mai 2011.

Landtag Baden-Württemberg: Gewählte Abgeordnete
Diese Sonderausgabe über den Landtag von Baden-Württemberg gibt bereits kurz nach der Wahl einen ersten Überblick über das neu gewählte Parlament. Insgesamt gehören dem Landtag in seiner 15. Wahlperiode 138 Abgeordnete an, das sind 18 mehr als die gesetzlich vorgesehene Anzahl von 120 Abgeordneten. Damit sitzt im neuen Landtag ein Abgeordneter weniger als im Letzten.
www.landtag-bw.de/Abgeordnete/WP_15_gewaehlte_Abgeordnete.pdf

Sitzverteilung und Zusammensetzung des 15. Landtags
ParteiErstmandatZweitmandatzusammen
60-60
92736
13435
-77
insgesamt7068138
 Frauenanteil:

Der Frauenanteil des 15. Landtags wird 18,1 % betragen. Das sind 5,6 % weniger als beim letzten Landtag.

Geschlechtsspezifische Zusammensetzung des 15. Landtags
ParteiFrauenMännerzusammen
85260
112536
62935
-77
insgesamt25113138
 

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Landtagsreform Baden-Württemberg

LandtagsreformUm das eigene Image zu verbessern und für mehr Transparenz als bisher zu sorgen, beschloss der Landtag von Baden-Württemberg am 26. Juli 2007 mit großer Mehrheit eine Reform des Landtags. Lediglich sechs der insgesamt 139 Parlamentarier stimmten mit Nein, vier weitere Abgeordnete enthielten sich. Am 11. März 2008 kam es schließlich zu einer Einigung zwischen den vier Fraktionen - die Weichen für ein modernes Landesparlament wurden gestellt. Am 30. April 2008 wurde die Parlamentsreform mit großer Mehrheit im Landtag verabschiedet.
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Weiterführende Links:

Der Landtag:

Der Landtag von Baden-Württemberg
Parlament - Der Landtag
Willkommen im Landtag (PDF: 1,5 MB)
Diese Broschüre möchte dabei helfen, sich mit dem parlamentarischen Geschehen vertraut zu machen. Sie vermittelt einen ersten Einblick in Aufgaben und Organisation des zentralen Verfassungsorgans des  Bundeslandes.

Der Landtagsfilm - Dieser Film erklärt in 7 Kapiteln Aufgaben und Organisation des Landtags und vermittelt einen Einblick in die Arbeit der Abgeordneten.
Laufzeit: 32 Minuten, Produktion: Filmakademie Baden-Württemberg, Mai 2007

Hörbuch über den Landtag von Baden-Württemberg mit einem Grußwortes von Landtagspräsident Peter Straub

Fraktionen im Landtag:

CDU
SPD
FDP
Bündnis 90 / Die Grünen

Weitere:

Wikipedia:  Landtag von Baden-Württemberg
Politik Baden-Württemberg

Landesregierung von Baden-Württemberg

Landesbildungsserver Baden-Württemberg: Landtag Baden-Württemberg 

Landesportal Baden-Württemberg: Landtag von Baden-Württemberg 

LpB: Landeskunde Baden-Württemberg

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Online Publikation: Der Landtag von Baden-Württemberg

Zeitschrift Politik & Unterricht

PUU: Der Landtag von Baden-WürttembergGrundlage für einen gelungenen Landtagsbesuch ist in jedem Fall eine fundierte Vorbereitung der Schülerinnen und Schüler durch die sie betreuenden Lehrkräfte, denen hierbei große Verantwortung zukommt. Das vorliegende Heft möchte Lehrerinnen und Lehrer bei dieser Aufgabe unterstützen und einen Beitrag zum besseren Verständnis des Parlamentarismus leisten. Auch wenn die Schülerinnen und Schüler den Landtag nicht besuchen, sich mit dem Parlament also ausschließlich im Unterricht befassen, bietet diese Broschüre die Möglichkeit zu einer interessanten Annäherung an die Institution und deren Arbeitsweise. (komplett online)

www.politikundunterricht.de/4_04/landtag.htm 

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Ministerpräsident Winfried Kretschmann

 
Ministerpräsident Winfried Kretschmann

Seit dem 12. Mai 2011 ist Winfried Kretschmann der neue Ministerpräsident von Baden-Württemberg.
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Wahl-O-Mat zur Landtagswahl.
www.wahl-o-mat.de/bw

 
 
 
 
 

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