Das Land Baden-Württemberg

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Großes Landeswappen: Im goldenen Schild des Großen Landeswappens lebt das Wappen des staufischen Herzogtums Schwaben fort. Es zeigt drei schreitende schwarze Löwen mit roten Zungen. Der goldene Schild wird von einem Hirsch und Fabeltier Greif gestützt, die für Württemberg und Baden stehen. Sie sind die symbolischen Hüter und Wächter des Landes Baden-Württemberg und seiner Verfassung.
Bild: LMZ Baden-Württemberg


Baden-Württemberg ist das einzige deutsche Land, das aus einer Volksabstimmung hervorging. Die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger in Württemberg-Baden, Württemberg-Hohenzollern und Baden sprachen sich am 9. Dezember 1951 für den Zusammenschluss dieser drei Länder aus. Die Geburtsstunde Baden-Württembergs am 25. April 1952 war die Initialzündung für einen beispiellosen Aufstieg des neuen Südweststaats. Theodor Heuss sprach von einem "Modell deutscher Möglichkeiten".

Über nennenswerte Bodenschätze und Energiequellen verfügt das Land nicht. Erst die Transportierbarkeit von Energie (Kohle per Schiff und Bahn, Elektrizität) machte in Baden-Württemberg eine Industrialisierung möglich, in Baden früher, in Württemberg später. Den wirtschaftlichen Reichtum im "Musterländle" Baden-Württembergs machen jedoch seine Menschen aus, durch ihren hohen Ausbildungsstand, mehr noch durch ihre Arbeitsmentalität, die wiederum Ausfluss einer spezifischen politischen Kultur ist. Dieser Reichtum an Menschen voller Ideen, Erfindungsreichtum und Fleiß. Kreativität und Schaffenskraft, Wissen und Können sowie die Bereitschaft der Menschen zum Engagement in Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung, Kunst und Kultur und in der Gesellschaft haben den deutschen Südwesten zu einer der erfolgreichsten Regionen Europas und der Welt gemacht.

Die Industriestruktur ist entsprechend dezentralisiert, zugespitzt formuliert: Jedes Dorf hat seine "Fabrikle". Die Produktpalette ist ausgesprochen vielfältig, bestimmt durch Knowhow, Innovaton, Erfindungs- und Einfallsreichtum. Baden-Württemberg steht nicht zufällig an der Spitze bei den Patentanmeldungen in Deutschland.

An erster Stelle der Wirtschaftsstruktur rangiert das produzierende Gewerbe mit den Branchen Maschinenbau, Fahrzeugbau (Daimler, Porsche, Audi) einschließlich Zulieferer (Bosch, ZF - Zahnradfabrik Friedrichshafen), Elektrotechnik. Knapp die Hälfte der Wertschöpfung im Lande wird hier erbracht, und jeder zweite Erwerbstätige ist hier beschäftigt. An zweiter Stelle folgt die Verbrauchsgüterindustrie mit Textil, Holz-und Kunststoffverarbeitung.

Foto: LMZ-BW

Mit der Branchenstruktur allein wäre die Wirtschaft des Landes jedoch nur sehr unvollkommen beschrieben. Eine Fülle von Markenprodukten kommen aus dem Land. Gerade die für das Land so typischen mittelständischen Betriebe, häufig im Familienbesitz und vom Erfindungsreichtum ihrer Besitzer lebend, sind es, die sich mit ihren Produkten einen Namen gemacht haben: so etwa die Würth-Gruppe als weltweiter Produzent und Händler von Befestigungsmaterial, Trumpf als Hersteller von Hochleistungs-CO2- und Festkörperlasern, Werkzeugmaschinen und tragbaren Elektrowerkzeugen, die Wohnwagen von Dethleffs und Hymer, Baumaschinen, Kräne, aber auch Kühlschränke von Liebherr, Bizerba-Waagen, Hartmann-Watte, Triumph-Miederwaren und Wäsche, Boss-Anzüge, Junghans-Uhren, Steiff-Tiere, Märklin-Modelleisenbahnen und -Baukästen, UHU-Alleskleber, WMF-Bestecke, aber auch Sauerkonserven und Senf von Hengstenberg.

Viele kleine, dem breiten Publikum unbekannte, aber für die Produktion unverzichtbare Produkte kommen aus dem Land, oftmals mit einer monopolartigen Stellung. So etwa im Bereich der Mess- und Regeltechnik. Dennoch ist das Land in besonderem Maße durch seine mittelständische Wirtschaft und die Stärke seines Handwerks geprägt. So ist zum Beispiel die Zahl der Handwerksbetriebe gemessen an der Bevölkerungszahl in Baden-Württemberg die zweithöchste in Deutschland.

Mit rund 38.000 Euro liegt Baden-Württemberg gemessen am Bruttoinlandsprodukt pro Kopf auf Platz drei der Flächenländer hinter Bayern und Hessen (2013). Auch im internationalen Vergleich mit einer Gruppe von 13 wachstumsstarken Benchmarkregionen liegt der Südwesten im oberen Mittelfeld. Gründe für die gute Ausgangssituation sind die hohe Exportorientierung, der starke Automobil- und Fahrzeugbau, die mittelständische Wirtschaft mit Stärken vor allem im Maschinen-, dem Anlagenbau und der Elektrotechnik. Zudem ist der Südwesten ein wichtiger Forschungsstandort.

Baden-Württemberg bietet eine profilierte Hochschullandschaft. Allein vier der neun "Eliteuniversitäten" in Deutschland befinden sich in Baden-Württemberg. Im Südwesten gibt es neun Universitäten, von denen drei - Heidelberg (die älteste deutsche Universität überhaupt, 1386 gegründet), Freiburg, Tübingen - zu den ältesten und angesehensten in Deutschland gehören, 34 allgemeine Fachschulen, vier Verwaltungsfachhochschulen, sechs Pädagogische Hochschulen, acht Kunst- und Musikhochschulen und zwei Kirchliche Hochschulen.
Die Duale Hochschule Baden-Württemberg mit ihren neun Standorten bietet in Kooperation mit über 8.000 Partnerunternehmen und sozialen Einrichtungen ein breites Spektrum an Studiengängen in den Bereichen Wirtschaft, Technik und Sozialwesen.
Mit der 1991 gegründeten Filmakademie und der 2003 ins Leben gerufenen Popakademie verfügt das Land über zwei weitere Ausbildungseinrichtungen für bedeutende Kunstgattungen. Die Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg erweitert das Spektrum um ein bundesweit einmaliges Ausbildungsangebot an der Schnittstelle zwischen Theater und Film.
Privaten Hochschulen stellen eine wichtige Ergänzung des Ausbildungsangebots der staatlichen Hochschulen dar. Baden-Württemberg liegt mit derzeit 22 Privathochschulen im bundesweiten Vergleich an der Spitze.

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Schlossplatz Stuttgart, Foto: LMZ-BW

Die dezentrale Struktur des Landes als Erbe der historischen Zersplitterung hat eine immense Kulturdichte zur Folge. Das betrifft nicht nur das vorzeigbare Erbe in Form von Baudenkmalen aller Stilrichtungen: Klöster, Kirchen, Schlösser, liebevoll gepflegte Stadtensembles. Die vielen Zentren des Landes bieten viel, auch in Form kultureller Veranstaltungen. Das betrifft insbesondere die große Zahl alter Reichsstädte im Lande. Schlösser und Kirchen sind Veranstaltungsorte für Konzerte und Festspiele. Dass bis zur Gründung des Südweststaates 1952 zwei überkommene Hauptstädte bestanden, nämlich Karlsruhe und Stuttgart, hat dazu geführt, dass bestimmte staatliche Kultureinrichtungen doppelt vorhanden sind: Landesbibliothek, Landesmuseum, Staatsgalerie (Stuttgart) bzw. Staatliche Kunsthalle (Karlsruhe), Staatstheater und Staatsoper. Die Stuttgarter Staatsoper wurde von Kritikern mehrmals zum "Opernhaus des Jahres" gewählt. Das Stuttgarter Ballett gilt als eines der besten der Welt.

Nach einer unter dem Titel "Perspektive-Deutschland", einer Initiative von McKinsey, stern, ZDF und AOL, im Mai 2005 veröffentlichen Umfrage ist die Zufriedenheit der Menschen mit dem Leben am Wohnort in Baden-Württemberg mit 79 Prozent deutlich höher als im Bundesdurchschnitt. Baden-Württemberg liegt mit diesem Wert bundesweit an der Spitze. Stuttgart erwies sich als beliebteste deutsche Großstadt. Auch bei den ökonomischen, sozialen und Freizeit bezogenen Standortfaktoren schätzen die Baden-Württemberger ihr Land positiver ein als die Bürger in anderen Bundesländern.

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Landeskunde Online

Landeskunde Baden-Württemberg

Die Landeszentrale für politische Bildung präsentiert eine umfangreiche politische Landeskunde im Internet und stellt damit das zentrale Portal zur südwestdeutschen Landeskunde zur Verfügung. Baden-Württemberg in all seinen Facetten wird hier informativ, verständlich und reich bebildert vorgestellt. Fünf Hauptrubriken geben einen Überblick über das Land, die Menschen, die Geschichte, das politische Leben und aktuelle Themen. Grundlageninformationen zu Politik, Wirtschaft und Verwaltung sind ebenso zu finden wie Wissenswertes über Kultur und Religion in Baden-Württemberg. Übersichtliche biographische Abschnitte, zum Teil mit Tondokumenten historischer Persönlichkeiten werden vorgestellt und auch Dialekte, Brauchtum und Kulinarisches werden nicht vergessen.


Weiterführende Links:

Baden-Württemberg - das Landesportal:
baden-wuerttemberg.de

Baden-Württembergs Sympathiekampagne:
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Erklärfilm - so funktioniert Landespolitik


Ein kurzer Animationsfilm der Vertretung des Landes Baden-Württemberg beim Bund erklärt, wie Landespolitik funktioniert.
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